Erstellt am 14. Oktober 2015, 11:52

von Jutta Hahslinger

Auf Diebstahlstour im Nobelschlitten. Im Jaguar fuhr arbeitsloser Serbe bei Märkten vor:Vermeintlich betuchter Kunde war aber abgefeimter Langfinger.

 |  NOEN, BilderBox / Erwin Wodicka (www.BilderBox.com)
„Nicht schuldig“, ließ der 56-jährige Serbe via Dolmetsch den Richter wissen. Er räumte zwar ein, das Lagerhaus und einen Baumarkt in Horn aufgesucht zu haben, von geplanten Diebstählen wollte er aber nichts wissen.

Er leugnete konsequent, Waren im Freigelände der jeweiligen Märkte zur späteren Entnahme am Zaun deponiert zu haben.

„Wunderte mich noch über Kleidung und das feine Auto“

„Ich habe ihn mit einem Koffer im Einkaufswagen ins Freigelände fahren gesehen. Am Zaun fand ich dann den Koffer“, schilderte eine Mitarbeiterin des Lagerhauses. Sie notierte sich das Autokennzeichen des Herrn: „Ich habe mich noch über seine Kleidung und das feine Auto gewundert.“

Vom Lagerhaus vorgewarnt, waren die Baumarkt-Mitarbeiter auf der Hut: Der Serbe tauchte auch wirklich auf. Als er sich beobachtet fühlte, ging er und ließ den vollgepackten Einkaufswagen einfach stehen.

Beim Baumarkt in Asparn hatte der 56-Jährige zunächst mehr Glück: Er konnte mit seiner Methode Sanitärartikel im Wert von 787 Euro stehlen. Sein Pech: Ein Fernfahrer beobachtete den Serben, wie er mit vollen Tüten von der Wiese an dem Markt-Zaun marschierte und dann in einem Jaguar davonfuhr. „Bei Autos kenne ich mich aus, ich sammle Modellautos“, sagte der Zeuge.

Dem Richter reichten auch Indizien für Schuldspruch

Die belastenden Aussagen der Zeugen beeindruckten den Beschuldigten nicht. „Hat mich wer bei einem Diebstahl gesehen?“, fragte er provokant. Er geriet aber in Erklärungsnöte, als Richter Michael Marvan fragte: „Sie sind seit fünf Jahren arbeitslos. Wie können Sie sich einen Jaguar leisten?“

Sichtlich überrascht musste der 56-Jährige dann zur Kenntnis nehmen, dass dem Richter auch Indizien für einen Schuldspruch reichten. Der bislang unbescholtene Serbe wurde zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe verurteilt: 12 Monate, davon muss er vier Monate hinter Gittern absitzen. Sichtlich ungehalten und empört meldete der 56-Jährige Rechtsmittel an.