Erstellt am 15. Juni 2016, 04:50

von Thomas Weikertschläger

Aus für Sonderschule Eggenburg fix. Wegen sinkender Schülerzahlen wird die Schule in Eggenburg geschlossen. Kinder wechseln nach Horn.

Bereiten sich auf den Lehrmittel- und Bücherflohmarkt zum Abschied der Sonderschule Eggenburg am 17. Juni vor: Helmut Frank, Laura Stift, Lehrerin Karin Filipp, Paul Frischauf, Lehrerin Elisabeth Frischauf, Julia Kaufmann und Ricarda Mayerhofer (von links). Foto: Willi Brem  |  NOEN, Willi Brem
Über die Zukunft der Sonderschule in Eggenburg war in den letzten Monaten viel spekuliert worden, jetzt gibt es Gewissheit: Mit Ende des Schuljahres schließt das „Zentrum für Inklusion und Sonderpädagogik (ZIS) Eggenburg“ in der Mozartstraße nach mehr als 40 Jahren seine Pforten, wie Direktorin Karin Hauer, die auch Direktorin der Sonderschule in Horn ist, auf NÖN-Anfrage bestätigt.

„Die Kinder werden künftig in Horn unterrichtet.
Wir wissen, dass sie dort gut beschult werden.“
Bildungsmanager Alfred Grünstäudl


Als Grund für die Schließung nennt sie die geringe Schülerzahl. Waren im Herbst 2014, als Hauer die Leitung der Schule als Nachfolgerin von Sabina Frank übernahm, noch neun Kinder zu betreuen, ging diese Zahl jetzt auf sechs zurück. Davon treten drei nun aus der Schule aus, weil sie nicht mehr schulpflichtig sind, wie Bildungsmanager Alfred Grünstäudl von der Außenstelle des Landesschulrates in Zwettl erklärt.

Wo die übrigen Kinder künftig in die Schule gehen, obliege jetzt den Eltern. Fix sei, dass zwei davon in die Sonderschule nach Horn wechseln werden, so Hauer. Aus Sicht Grünstäudls eine optimale Lösung: „Wir wissen, dass sie hier gut beschult werden.“

Auch die Lehrer werden künftig in der Sonderschule in Horn, in der derzeit knapp 50 Kinder unterrichtet werden, arbeiten. Von den weiteren Mitarbeitern werden zwei künftig in der Nachmittagsbetreuung der Volksschule Eggenburg arbeiten, eine Stützkraft wechselt ebenfalls nach Horn.

Insgesamt waren zuletzt neben Hauer zwei Lehrerinnen, eine Werklehrerin, eine Religionslehrerin und drei weitere Mitarbeiter beschäftigt.

Stadtchef Gilli bedauert aktuelle Entwicklung

Grünstäudl meinte weiter, dass ein Sonderschulstandort mit nur noch drei Kindern nicht zu halten sei: „Der nationale Aktionsplan sieht das nicht vor.“ Da künftig generell verstärkt auf Inklusion (gemeinsamer Unterricht im Regelunterricht der Volksschulen) gesetzt werde, werde es auch vermehrt zur Schließung von Sonderschul-Standorten kommen.

Dass beim Abschied der Schule Wehmut dabei ist, bestätigt Hauer: „Die Schulgemeinde hätte gern weitergemacht. Für so eine kleine Schule gibt es aber kein Lehrpersonal mehr.“

Als „schade für unsere Gemeinde“ bezeichnet der Eggenburger Bürgermeister Georg Gilli das Aus für die Schule. Aufgrund der sinkenden Schülerzahlen sei die Entscheidung aber nachvollziehbar. Die weitere Anreise zum neuen Schulort Horn sei für die Eltern schwierig, müsse aber akzeptiert werden, so Gilli.

Fix ist bereits, was mit den Unterrichtsmaterialien passieren wird. „Ein Teil wird in der Sonderschule Horn und in der Volksschule Eggenburg weiter verwendet“, so Hauer. Der Rest wird im Rahmen eines Lehrmittel- und Bücher-Flohmarkts am 17. Juni, 15 bis 17 Uhr, zum Verkauf angeboten.