Erstellt am 07. August 2013, 00:00

Ausklang. bot vielen Talenten eine familiäre Bühne

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Von Gerhard Baumrucker

ALTENBURG | Mit der traditionellen Abschluss-Solistengala klang auch die bereits 31. Auflage der Altenburger Musikakademie (AMA) 2013 im Stift aus. An die 50 Schüler hatten sich in zwei Kurswochen von erfahrenen Dozenten um den künstlerischen Leiter Robert Lehrbaumer in den Fächern Gitarre, Klavier, Orgel, Liedgesang und Orchestermusik unterrichten lassen. Die Abschlussveranstaltung bot 16 Absolventen Gelegenheit, ihr Können zu zeigen.

Im ersten Teil präsentierten in der Stiftskirche Emanuel Mayböck und Wilfried Gugler Orgelmusik von Johannes Holik, Johann Ernst Eberlin, Samuel Wesley, Johann Sebastian Bach, Johann Xaver Nauss und Cesar Bresgen. Zwischen den Orgelstücken überraschten die Gitarren-Duos Sara Nikolic und Eva Drabek sowie Lena Friedl und Nicole Arthaber mit gefälligen Stücken von Anonymus („Le Rossignol – Die Nachtigall“), Wolfgang. Amadeus Mozart (Menuett aus der Symphonie Es-Dur, KV 543) und Carlos Gardel („Por una Carbeza“).

Mehrere technische Meister am Klavier 

Für den zweiten Teil des Abends übersiedelten die Zuhörer dann in den Weißen Saal, wo es mit Instrumental- und Vokalstücken weiterging.

Benedikt Mais eröffnete mit zwei schwierigen Stücken für Gitarre solo. Auf drei Sätze aus „Five Impromptus“ des modernen Komponisten Richard Rodney Bennett ließ es das vielen Musikfreunden bekannte „Asturias“ von Isaac Albéniz folgen.

Am Klavier zeigten die Solisten Evan Grahek, Shiyi Qu, Matthew Evangelista und Anna Fedorova mit Werken von Mozart (1. Satz aus der Klaviersonate KV 310), Beethoven (1. Satz aus der Klaviersonate op. 53 „Waldstein“), Lowell Lieberman („Gargoyles“ op. 29) und Claude Debussy („L’isle joyeuse“) beachtliche technische Meisterschaft, wobei allerdings das Emotionale bei Mozart und Beethoven etwas zu kurz kam.

Abgerundet wurde der Abend durch Gesangpräsentationen. Judy Tran hatte Franz Schuberts „Der Hirt auf dem Felsen“ gewählt. Der nicht sehr einfache Text von Wilhelm Müller war für die Amerikanerin wohl eine große Herausforderung. Gefühlvoll begleitet wurde sie von John Hong (Klarinette) und Adonis Gonzalez (Klavier).

Als versierte Sängerin erwies sich Monika Medek. Von den acht Liedern aus Robert Schumanns „Frauenliebe und -leben“ nach Gedichten von Adelbert von Chamisso brachte sie drei zum Vortrag. Adele Thoma war ihr eine aufmerksame Begleiterin am Klavier.

Desgleichen galt auch bei Pianistin Margit Fussi für Tanja Fleischanderl. Die Oberösterreicherin war schon mehrmals in Altenburg zu hören. Diesmal hatte sie die bekannte Arie der Rosina „Una voce poco fa“ („Frag‘ ich mein beklommnes Herz)“ aus Gioachino Rossinis Oper „Der Barbier von Sevilla“ gewählt. Sie meisterte die schwierigen Koloraturen und Höhen mit – man möchte fast sagen: erwartungsgemäßer – Sicherheit und mit Bravour.

Das Publikum dankte mit viel Applaus. Robert Lehrbaumer: „Da sich aus Zeitgründen nicht jeder der Künstler mit einer Zugabe bedanken kann, haben Margit Fussi, Robert Ward und ich das übernommen“. Gesagt – getan: Die drei setzten sich an den Bösendorfer-Flügel und ließen Schuberts Ständchen aus dem Schwanengesang „Leise flehen meine Lieder“ sechshändig erklingen.

Zufrieden kann Judith Velisek mit der Orgelpräsentation ihrer beiden Schüler Wilfried Gugler (l.) und Emanuel Mayböck sein. Sie begeisterten das Publikum in der Stiftskirche. Gerhard Baumrucker

Mit Gitarrenklängen überraschten Sara Nikolic, Nicole Arthaber, Lena Friedl und Eva Drabek (von links) in der Stiftskirche.