Gars am Kamp

Erstellt am 22. April 2017, 03:32

von Gerhard Baumrucker

„Stars in Gars – Schaffen und Genießen“.. Andreas Weigels Aussagen im Zeitbrücke-Museum über die Sommerfrische Gars und Franz von Suppé irritierten Besucher.

Die Eröffnung der diesjährigen Sonderausstellung „Stars in Gars“ gestalteten Musiker Otto Lechner, Autor Andreas Weigel, Lechners Gattin, die Schauspielerin Anne Bennent, „Zeitbrücke“-Obmann Anton Ehrenberger und Kunstraum Krems-Leiter Gregor Kremser (von links).  |  Gerhard Baumrucker

Rund 150 kulturbewusste Besucher konnte Obmann Anton Ehrenberger bei der Eröffnung der heurigen Sonderausstellung im Zeitbrücke-Museum (Bürgermeister Martin Falk: „Ich bin verblüfft, dass so viele Leute gekommen sind.“) begrüßen. Sie steht unter dem Motto „Stars in Gars – Schaffen und Genießen“.

„An dem Projekt haben wir mit dem Autor Andreas Weigel und der Kremser Künstlergruppe ,raumgreifend‘ fast ein Dreivierteljahr gearbeitet“, berichtete Ehrenberger. „Wir bringen in unserer heurigen Sonderausstellung einen repräsentativen Überblick über das kulturelle, gesellschaftliche und architektonische Geschehen in Gars als bedeutende Sommerfrische des Kamptals.“ Ergänzend zu den zahlreichen Fotos hat die Kremser Künstlergruppe ihre Ideen in Form von Bildern und Collagen zum Thema eingebracht.

Einige Aussagen des Autors sind umstritten

In seinem sehr ausführlichen Referat räumte Andreas Weigel zunächst mit drei Garser „Legenden“ auf. Nämlich, dass Gars einer der führenden Sommerfrischeorte in Niederösterreich war (Weigel: „Nur im Kamptal!“), dass der „Busserlzug“ nur nach Gars verkehrte und dass Franz von Suppé seine berühmte Operette „Boccaccio“ in Gars komponierte (Suppé: „Lieber Freund, noch kein Notenköpferl habe ich [in Gars] geschrieben.“). Das wurde von einem Teil der Besucher nicht widerspruchslos hingenommen, sie verließen vorzeitig das Museum.

Breiten Raum widmete Weigel dann der Löwingerbühne, die in den Jahren 1908, 1909, und 1911 bis 1913 jeweils die ganze Sommersaison in Gars spielte. Ausführlich ging er dabei auf die Familienchronik der Löwingers ein, deren bekanntester Vertreter Paul Löwinger war.

Nach diesem verbalen Bombardement erfreuten Akkordeon-Virtuose Otto Lechner und die Schauspielerin Anne Bennent mit ihren Darbietungen. Zum Vortrag kamen auch ein Ausschnitt von Suppés „Requiem“ und Teile des Briefwechsels der Garserin Friederike von Winternitz mit dem berühmten Schriftsteller Stefan Zweig.

Ein hervorragend gestalteter und 200 Seiten umfassender Katalog mit zahlreichen Abbildungen ist um 16 Euro erhältlich. Die Sonderausstellung ist bis Ende September an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr geöffnet. Freier Eintritt mit NÖ-Card!