Erstellt am 14. Oktober 2015, 06:32

von Martin Kalchhauser

Altenburg musste vor Trinkwasser warnen. Übelkeit und Durchfall nur Zufall? Routineüberprüfung deckte Problem auf. Für Stadt Horn gab es am Montag Entwarnung.

Im Schacht bei der Verteilstation unweit der Horner Umfahrung, wo das Trinkwasser des Horner Netzes Richtung Altenburg fließt, wurde am Freitag eine Chlorierungsanlage eingebaut. Im Bild: der in der Gemeinde Altenburg für das Trinkwasser zuständige Gemeinderat Martin Schreiner (links) und Wasserwart Gottfried Baumgartner. Fotos: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser

War es nur ein Zufall? Gehäuftes Auftreten von Übelkeit und Durchfall in den vergangenen Wochen machte zahlreichen Altenburgern Sorge.

, kam dann durch einen Zufallsbefund am Dienstag (6. Oktober) infolge der jährlich vorgeschriebenen Überprüfung zutage, dass das Trinkwasser in drei Orten der Gemeinde durch Fäkalkeime (Colibakterien) belastet war.

Bei der Entnahmestelle in Burgerwiesen war der Wert (normal: 0) mit 10 extrem hoch, in Altenburg betrug er 5, in Fuglau 3. Darüber hinaus gab es in Fuglau auch Enterokokken (ebenfalls meist eine Folge von Fäkalien) im Wasser.

„Amtliche Mitteilung: Kein Trinkwasser!“

Lediglich in Mahrersdorf war es unbelastet. „Amtliche Mitteilung: Kein Trinkwasser!“ stand auf den Flugzetteln, mit denen die Gemeinde die Bürger ebenso informierte wie über SMS und Facebook.

Umgehend stellte sie stilles Mineralwasser (eine Sechserpackung 1,5-Liter-PET-Flaschen pro Tag und Haushalt) zur Verfügung. Freiwillig, wie Amtsleiter Markus Smeritschnig betont: „Das Leitungswasser wäre laut unserer Auskunft nach dreiminütigem Abkochen ebenfalls genießbar gewesen.“

Dass die Verunreinigung im Zuge einer jüngst durchgeführten Reparatur des 500 m fassenden Hochbehälters in Burgerwiesen passiert sein könnte, bleibt eine Vermutung.

„Jedenfalls wird unser Wasser jetzt chloriert“

Darauf, dass bereits die Ursachenforschung laufe, verwies Bürgermeister Markus Reichenvater im Telefonat mit der NÖN.

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„Wir beziehen unser Wasser so wie auch die Gemeinde St. Bernhard-Frauenhofen aus Horn“, erklärt er, dass es auch in diese Richtung eine Warnung gegeben habe. „Jedenfalls wird unser Wasser jetzt chloriert.“

Zu diesem Zweck wurde bei der Übergabestelle in der Zwettler Straße in Horn (unweit der Umfahrung) noch am Freitag (9.10.) eine Anlage eingebaut.

Natürlich musste auch der über diese Leitung gespeiste zentrale Hochbehälter Burgerwiesen ausgelassen werden. Ab dem Wochenende wurde er mit „unbedenklichem“ Wasser gefüllt.

Horner Wasser zum Glück unbedenklich

Natürlich schreckten die schlechten Nachrichten aus Altenburg auch die Horner Verantwortlichen auf. „Wir haben sofort reagiert und am Donnerstag in unserem Wassernetz Proben nehmen lassen“, erklärte Stadtamtsdirektor Johann Steininger. Am Montag (12.10.) konnte er zum Glück für Horn Entwarnung geben. Im Netz der Bezirkshauptstadt wurden keine Bakterien entdeckt.

Seit dem Dienstag dieser Woche können sich die Altenburger Bürger mit Trinkwasser in Topqualität aus Röhrenbach versorgen. Mit einem Tank wird es aus der Nachbargemeinde herangebracht und steht hinter dem Gemeindeamt zur freien Entnahme bereit.

Aus der Gemeinde hieß es am Dienstag, dass man die Sache Ende der laufenden Woche im Griff haben könnte. Unangenehm bleibt, dass die Ursache der Verschmutzung bis Redaktionsschluss noch nicht geklärt werden konnte. Bürgermeister Markus Reichenvater: „Im Extrem fall müssten wir alle Hausanschlüsse in unserer Gemeinde einzeln überprüfen.“

NÖN.at hatte berichtet: