Erstellt am 06. Dezember 2015, 07:13

von Martin Kalchhauser

Bei den Gästen zu Gast. Haus Helina öffnete seine Türen für Besucher und ermöglichte viele gute Begegnungen. Bereits 140 Freiwillige arbeiten in Horn für die im ehemaligen Stephansheim untergebrachten Flüchtlinge.

 |  NOEN, Martin Kalchhauser

Bei einem Tag der offenen Tür gaben die Bewohner des von der Caritas der Erzdiözese Wien betriebenen Hauses Helina (das Wort Helina steht im Arabischen für Geborgenheit) gab es Gelegenheit, die Bewohner der am 29. Juni 2015 eröffneten Einrichtung kennenzulernen. Mehrere hundert interessierte Horner waren daher am Freitag gewissermaßen „bei den Gästen zu Gast“.

Pfarren und Muslim-Gemeinde als Unterstützer

Hausleiter Kalin Trifonov freute sich über den großen Zuspruch zur Einladung und begrüßte – unterstützt von den Dolmetschern Harry Bozed und Mohammad Abdullahpour – auch Vizebürgermeisterin Gerda Erdner, den katholischen Pfarrer Pater Albert Groiß, die evangelische Pfarrerin Birgit Schiller und den Horner Imam, Naeed Mohammad, unter den Gästen. Gerade die drei Geistlichen sind es ja, die mit ihren Gemeinden als wichtige Unterstützer der Flüchtlingsbetreuung in Horn auftreten.

Nach wie vor „Welle der Sympathie“

„Wir erleben hier in Horn nach wie vor eine Welle der Sympathie, die mich berührt“, meinte Trifonov in seinen Worten. Spontaner Applaus unter den Flüchtlingen kam auf, als er Präsidenten der Caritas, Michael Landau, erwähnte. Aber auch die Stadt Horn und sein eigenes Team waren Adressaten der Dankadresse. Dem Bewohner Aziz Jebrail war es vorbehalten, seitens der derzeit 110 Bewohner der Unterkunft Dankesworte (übrigens bereits in Deutsch!) zu sprechen: „Wir haben Horn und seine Kultur sehr zu schätzen gelernt und sind sehr dankbar, dass Sie uns aufgenommen haben.“

Buntes Angebot für die Bewohner

Veronika Stock betonte als Sprecherin der Initiative „Willkommen Mensch Horn“, dass die vielen Aktivitäten, in die die Besucher Einblick nehmen konnten, kein spezielles Programm für den Tag der offenen Tür seien. Fußball, Wandern, Basteln und gemeinsames Kochen sind nur einige der vielen Angebote, die freiwillige Helfer den Flüchtlingen ermöglichen. Besonders wichtig sind natürlich die Deutschkurse, die ebenfalls von Freiwilligen getragen werden.

Neue Aufgaben für die Helfer

Dass die Aufgabe der Helferinnen und Helfer nicht einfacher wird, ließ Pastoralassistentin Theresa Lang anklingen. Erste positive Asylbescheide machen nun die Suche nach dauerhaften Wohnungen und Arbeitsplätzen notwendig. „Aber wir werden auch hier gemeinsam gute Lösungen finden.“ Vizebürgermeisterin Gerda Erdner unterstrich das Ziel aller Bemühungen, den Frieden. „Die Bewohner des Hauses Helina wollen hier Frieden finden, und die Hornerinnen und Horner wollen ihn bewahren.“

Schmackhafte Köstlichkeiten vom Buffet

Gleich zu Beginn der Veranstaltung hatte Boghos Jibrail auf der Gitarre demonstriert, wie viel er bereits bei seinem neuen Freund, dem Profi-Musiker Eric Spitzer-Marlyn, gelernt hatte – eines von mehreren Beispielen fruchtbarer Begegnungen. Nach dem ausgiebigen Verkosten schmackhafter Speisen aus verschiedener Herren Länder am Buffet gab es Gelegenheit, das Haus im Zuge von Führungen kennenzulernen. Viele Horner rückten an diesem Tag mit ihren Gästen am Stephansberg wieder ein Stück zusammen.