Erstellt am 01. Juni 2016, 05:05

von Robert Schmutz

Belächelte Idee realisiert. Modell einer Grube des Bergwerks Langau wurde offiziell vorgestellt und kann nun im Freizeitmuseum Langau besichtigt werden.

"Schwefelputzer"Werner Gerstl, Museumsobmann Karl Kühlmayer, Dorferneuerungsvertreterin Karin Popp-Pichler, Hintergrundmaler Reinhard Mayerhofer, Bürgermeister Franz Linsbauer, Vizebürgermeisterin Margit Reiß-Wurst und die Geschäftsführerin des Museumsmanagements NÖ, Ulrike Vitovec (v.l.), waren beeindruckt vom Modell der Kohlefördergrube aus den 1950-er-Jahren.  |  NOEN, Robert Schmutz

Die Realisierung einer zunächst belächelten Idee war für den Obmann des Museums, Karl Kühlmayer, und sein Team ein besonderer Tag.

In Anwesenheit der Modellbauer um Günther Billing, Bürgermeister Franz Linsbauers und seiner Stellvertreterin Margit Reiß-Wurst und weiterer Gemeinderäte sowie zahlreicher Interessierter erstand eine der fünf Gruben des ehemaligen Bergwerks Langau in der offiziellen Eröffnung wieder.

"Langau ist anders."

Linsbauer meinte: „Langau ist anders. Wir brauchen am Ortseingang nicht wie Wien Schilder, die das behaupten. Wir haben Menschen mit Ideen – und solche, die sie auch umsetzen. Man kann dies an diesem Modell sehen.“ Gekostet hat die Anlage 27.500 Euro, 3.950 freiwillige Arbeitsstunden wurden in das „Bergwerk“, das in Glanzzeiten 480 Menschen beschäftigte, investiert. Heute leben noch sieben Knappen, die damals (1947-1963) schon dabei waren.

Ewald Brunmüller, Obmannstellvertreter des Museumsvereines, führte in den drei Jahren Bauzeit auch die Finanzen des Projektes, verfasste eine Broschüre darüber und interviewte Günther Billing zum Entstehen des Modells. Anfangs sei es mühsam gewesen, Begeisterte, Pläne und dergleichen zu finden. Als aber die Firma Riegl aus Horn per Hubschrauber das Gelände überflog und von Fotografien ein Landschaftsmodell erstellte, sei der Berg überwunden gewesen. Eine große Hilfe stellte der Modellclub Gars mit Christian Marangoni und seinen Mitstreitern dar. Ohne sie wäre es kaum zur Verwirklichung gekommen. Die größte Herausforderung war die Verwendung der Originalkohle, die durch den Schwefel Schwierigkeiten bei den Schienen bereitete.

Neues Projekt in Angriff

Übrigens hat der Modellbauverein bereits ein neues Projekt in Angriff genommen. Ab November soll in einer 800 m² großen Halle in Schiltern das größte Eisenbahnmodell Österreichs entstehen. Die Fertigstellung ist für 2020 geplant.

Im Freizeitmuseum Langau ist an den Wochenenden und ansonsten nach Voranmeldung neben allen anderen bisherigen Ausstellungsstücken nun ein Modell aus einer der wirtschaftlich guten Zeiten des Markt fleckens zu sehen.