Erstellt am 03. August 2016, 04:51

von Martin Kalchhauser

Wieder Gewalt im Horner Haus Helina!. Afghane (34) verprügelte seine eigene Frau (31) und den Sohn (11) vor den Augen eines weiteren Kindes (4).

Kommt derzeit nicht aus den Schlagzeilen: In der Vorwoche gab es erneut eine Gewalttat in der Flüchtlingsunterkunft „Haus Helina“. Fotos: Kornell, Kalchhauser  |  Kornell, Kalchhauser

Die Horner Flüchtlingsunterkunft „Haus Helina“ kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach der gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen drei Bewohnern aus Marokko und Algerien in der vorvergangenen Woche (die NÖN berichtete) kam es am 26. Juli wieder zu einer Gewalttat.

14-tägiges Betretungsverbot ausgesprochen

Gegenüber der Polizei wurde angezeigt, dass ein 34-jähriger Afghane am frühen Nachmittag mit dem Schaft eines großen Messers auf seine Frau (31) und den gemeinsamen Sohn (11) eingeschlagen habe. Der kleinere Sohn des Paares (4) musste den Gewaltakt seines Vaters mitansehen.

Gegenüber dem Täter wurde ein 14-tägiges Betretungsverbot für das Haus Helina ausgesprochen, und er wurde sofort in eine andere Betreuungseinrichtung in St. Pölten überstellt.

Wie sich später herausstellen sollte, war der Mann bereits in psychiatrischer Behandlung gewesen, bisher aber noch mit keiner Gewalttat aufgefallen.

In Angst vor eigenen und fremden Männern

Hinter vorgehaltener Hand wird berichtet, dass es im Haus Helina mehrere Frauen gibt, die sich vor ihren eigenen Männern oder anderen männlichen Flüchtlingen fürchten. Dies wurde der NÖN auch von einer Horner Flüchtlingshelferin berichtet. „Sie trauen sich nichts zu sagen – sich jemandem anzuvertrauen, ist in ihrem Kulturkreis einfach ein Tabu.“

„Das kann man schönreden wie man möchte, aber solche Vorfälle sind einfach zu erwarten, wenn so viele Menschen aus einem Kulturkreis unter einem Dach leben, in dem es einen anderen Zugang zur Gewalt gibt“, meint ein in der Präventionsarbeit geschulter Polizeibeamter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Und er findet einen Vergleich: „Man kann sich das vorstellen wie in einem Hühnerstall, in dem zu viele Hühner sind.“

Kalin Trifonov, Leiter des hauses Helina, Horn. Foto: Martin Kalchhauser  |  Martin Kalchhauser

Hausleiter Kalin Trifonov (Foto links) betont, dass immer sofort reagiert werde – wie es auch in diesem Fall sofort eine Wegweisung gegeben habe. „Unsere Mitarbeiter sind in Gewaltprävention und Krisenintervention geschult.“ Sollte jemand Angst haben, gebe es die Möglichkeit zu vertraulichen Gesprächen mit Caritas-Mitarbeitern. „Betreuer sind rund um die Uhr da. Und es gibt auch eine ständig besetzte Telefonnummer für Notfälle.“