Erstellt am 29. September 2015, 10:37

von Thomas Weikertschläger

Kampf um Zug-Stopps von Erfolg gekrönt. Nach Verhandlungen mit Gemeindevertretern halten wichtige Pendlerzüge weiterhin in Irnfritz und Hötzelsdorf.

Nach dem endgültigen »Aus« für die ÖBB-Haltestelle in Kleinmeiseldorf will Bürgermeister Nico Reisel mit einem »Gemeindebus« für eine attraktive Alternative für die Bürger sorgen. Foto: Thomas Weikertschläger  |  NOEN, Thomas Weikertschläger
Aufatmen gibt es in den Gemeinden Irnfritz und Geras. Für Sorge unter den Pendlern hatte dort die geplante Streichung von Halten einzelner Züge der ÖBB gesorgt.

Regionalverband-Vertreter übergaben Petition

Angedacht war, dass zwei wichtige Pendlerzüge, die um 16 bzw. 17 Uhr am Wiener Franz-Josefs-Bahnhof abfahren, ab dem Fahrplanwechsel im Dezember nicht mehr in Irnfritz bzw. Hötzelsdorf Halt machen.

„Das wäre für unsere Gemeinden, deren Lebensader die Franz-Josefs-Bahn ist, eine Katastrophe gewesen“, sind sich die Bürgermeister Hermann Gruber (Irnfritz) und Johann Glück (Geras) einig.



Daher übergaben Vertreter der beiden Gemeinden mit den Vorsitzenden des Regionalverbandes Waldviertel, Maurice Androsch und Jürgen Maier, Verkehrslandesrat Karl Wilfing eine Petition mit 4.500 Unterschriften.

Und das zeigte Wirkung. Gruber: „Schon wenige Stunden nach der Sitzung habe ich einen Anruf von einem Vertreter des VOR (Verkehrsverbund Ost-Region) erhalten, der zugesichert hat, dass die Pendlerzüge weiterhin in unseren Bahnhöfen halten.“

Kleinmeiseldorf: Reisel setzt auf Gemeindebus

Warum er sich so intensiv für das Pendler-Anliegen eingesetzt hat, erklärt Gruber so: „Wir brauchen die Bahn!“ Die ständig gut ausgelastete Park & Ride-Anlage zeige die Bedeutung des Irnfritzer Bahnhofs über die Gemeindegrenzen hinweg: „Er ist für die gesamte Region bis ins Thayatal wichtig.“

Außerdem halte die Bahn die Bevölkerung in der Region: „Wir haben Wohnungen und Baugründe mit dem Argument des guten Anschlusses nach Wien verkauft. Daher mussten wir kämpfen, dass das so bleibt.“

Glück ergänzt: „Ich finde es bemerkenswert, dass sich so viele Leute das Pendeln antun. Sie wohnen eben gerne hier. Sie engagieren sich in den Vereinen und der Gemeinde. Verschlechtert man die Situation für Pendler, darf man sich über steigende Abwanderung nicht wundern.“

Mit der Fahrplanumstellung im Dezember verlieren aber mit Straning und Klein-Meiseldorf zwei Orte des Bezirks ihre Haltestellen. Der Straninger Ortschef Albert Holluger hofft, dass sich Sammeltaxis als „gute Alternative“ entpuppen werden.

Der Meiseldorfer Bürgermeister Niko Reisel bedauert die Schließung: „Die Züge fahren jetzt durch, der Wirbel bleibt.“ Es werde aber intensiv an einer Ersatzlösung gearbeitet. Gemeinsam mit dem Land soll ein „Gemeindebus“ installiert werden, der die Pendler aus den vier Katastralgemeinden zum Bahnhof nach Sigmundsherberg bringt. „Dieser Bus könnte dann auch für andere Aufgaben wie den Kindergartentransport eingesetzt werden“, so Reisel.