Gars am Kamp

Erstellt am 20. August 2016, 06:08

von Rupert Kornell

Oper als „Leuchtturm“. Mit 6.300 Besuchern zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Ab sofort wird auf Mozarts „Zauberflöte“ 2017 hingearbeitet.

Mit „Otello“ äußerst zufrieden waren Intendant Johannes Wildner, Burg Gars- Geschäftsführer Rudolf Berger und Bürgermeister Martin Falk (v.l.). Der Fokus ist ab sofort auf die „Zauberflöte“ gerichtet. Foto: Rupert Kornell  |  Rupert Kornell

„Im Vorjahr habe ich gemeint, dass ,Don Carlo‘ eine tolle Produktion war, und ich habe Intendant Johannes Wildner gefragt, wie er das 2016 toppen will. Rückblickend muss ich gratulieren, ,Otello‘ war heuer wirklich nicht nur künstlerisch ein Erfolg“, zog Bürgermeister Martin Falk Bilanz der diesjährigen Saison der Oper Burg Gars.

Verstärkter Bustourismus als Mitgrund

Er bezeichne sich als „Laie“ in Sachen Oper, es habe aber für ihn beim Chor und beim Orchester eine klare Steigerung gegeben, einzelne Sänger wie etwa „Jago“ Michael Kraus hätten aus dem tollen Ensemble herausgeragt. Es sei ihm auch wichtig, dass man den finanziellen „turn around“ geschafft habe und die prognostizierten Einnahmen aus dem Kartenverkauf übertroffen worden sind.

Mit ausschlaggebend für die Steigerung der Einnahmen sei auch der verstärkte Bustourismus gewesen. Dazu habe man das Glück des Tüchtigen gehabt, weil keine einzige der acht Vorstellungen wegen Schlechtwetters habe abgesagt werden müssen. „Und für die nächstjährige Produktion“, so Falk, „bin ich ganz zuversichtlich, dass die ,Zauberflöte‘ ein Publikumsrenner wird.“

Schon über 400 Karten für 2017 vorbestellt

Das sieht auch Burg Gars-Geschäftsführer Rudolf Berger so: „Es liegen heute bereits über 400 Kartenbestellungen vor, so etwas hat es noch nicht gegeben.“ Heuer habe er mit 6.300 etwa zwölf Prozent mehr Zuschauer als im Vorjahr gezählt, „und das ist schon eine stolze Zahl. Aber wir haben da schon noch Luft nach oben!“ Interessant ist in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass etwa acht Prozent der verkauften Karten, also rund 500, auf Bewohner von Gars entfallen, was zeigt, dass sich die Bevölkerung auch mit der Oper identifiziert und sie auch „konsumiert“.

Eine genaue Bilanz, so Berger, wird es erst im Oktober geben, aber so viel steht fest, dass der finanzielle Rahmen, der bei rund 540.000 Euro liegt, eingehalten worden ist. Kein Geheimnis ist auch, dass die Karteneinnahmen bei etwa einer Viertelmillion Euro liegen, der Rest sind Subventionen des Landes und der Marktgemeinde und natürlich auch Zuwendungen von Sponsoren in Form von Geld- und Sachleistungen.

„Ich bin auch den Künstlern dankbar“, ergänzt Falk, „dass sie gern wegen des familiären Klimas nach Gars kommen, was sie mir immer wieder vermitteln, denn die Gagen, die wir bezahlen können, sind es sicher nicht.“

„Es klingt vielleicht arrogant, aber wir wollen 2017 einen neuen, ästhetischen, authentischen Mozart zeigen.“

Intendant Johannes Wildner

Über „erstaunliche Reaktionen“ auf die heurige Produktion kann sich auch Wildner freuen: „Mit einer Ausnahme gab es in Briefen, Mails, SMS oder Anrufen nur Positives.“ Das Glück mit dem Wetter habe sich auf die Besucherzahlen ausgewirkt, ausschlaggebend sei aber neben dem Konzept, auf die Garser mit den Sängern und Musikern als „Familie“ zu setzen, der Einsatz aller gewesen, dass man ein Stück wie den „Otello“ hier zu verwirklichen gewagt – und dabei viele Sympathien und Freunde gewonnen hat.

Kritischen Stimmen etwa für den zu kleinen Chor oder an Michael Baba, der seine Rolle nicht ganz habe ausfüllen können, begegnet der Intendant so: „Es ist richtig, aber mit dem kleinen Chor in der riesigen Kubatur der Burg zu agieren, war schon sehr gut, wir mussten uns finanziell nach der Decke strecken. Dass ,Otello‘ nicht herausragend war, hat mit dem hohen Niveau seiner Kollegen zu tun.“

Der Fokus aller Beteiligten, die Gars als „kulturellen Leuchtturm“ im nördlichen NÖ posi tionieren wollen, ist nun auf die „Zauberflöte“ 2017 gerichtet. Wildner: „Es klingt arrogant, aber unser Ziel ist es, ein neues Mozart-Verständnis zu entwickeln, wir wollen Mozart anhand der Komposition neu finden in einer authentischen, ästhetischen Form.“