Erstellt am 12. Februar 2015, 06:34

von Martin Kalchhauser

Brunn/Wild: Windpark in Verzug. Einstimmiger Gemeinderatsbeschluss, doch Umwidmung der Flächen ist noch keine „g’mahde Wies‘n“.

Geplanter Windpark Wild (im Vordergrund das Hubertusmarterl in Dietmannsdorf): Vom Gemeinderat einstimmig verabschiedeter Umwidmungsbeschluss wurde dem Land noch nicht übermittelt. Die Größenverhältnisse der Fotomontage entsprechen Visualisierungsberechnungen eines Experten. Foto/Fotomontage: Barbara Krobath  |  NOEN, Barbara Krobath
Nach dem – wie erwartet einstimmigen – Gemeinderatsbeschluss im Dezember schien zumindest der Brunner Teil des Windparks in der Wild einen bedeutenden Schritt weiter. Doch jetzt scheint es, dass die Sache „hängt“.

Sieben Windräder in Brunn, vier in Ludweis-Aigen und drei in Göpfritz: 14 Windkraftanlagen sollen im Waldgebiet im „Dreiländereck“ der Bezirke Horn, Waidhofen und Zwettl errichtet werden.

Der Brunner Gemeinderat gab als erster grünes Licht. Doch der Antrag, über den das Land NÖ befinden muss, ist dort mehrere Wochen nach dem Beschluss im Kommunalparlament noch nicht eingetroffen.

Sogar Neuauflage der Umwidmung denkbar

„Es werden nach wie vor Konsultationen geführt, es ist noch kein Antrag da“, bestätigt Juristin Anna Stellner-Bichler von der Raumordnungsabteilung. „Erst ab diesem Zeitpunkt läuft das Verfahren.“

Im eigenen Interesse sollte die Gemeinde die Umwidmung „zügig vorlegen“, wenngleich die Frist angesichts der Weihnachtsfeiertage und der jüngsten Wahl noch nicht dramatisch lang gesteckt worden sei.

Für Stellner-Bichler ist eine Windpark-Widmung „denkbar“, sie sei aber nicht zwingend. „Ein einfaches ,Durchwinken‘ ist angesichts der vorliegenden Problematik nicht zu erwarten.“ Wenn eine Änderung für notwendig befunden werde, könnte das sogar zu einer Neuauflage des Planes (wie berichtet gab es 275 Einsprüche) führen.

„Es wurde mit falschen Daten und Fakten operiert“

Bürgermeister Josef Gumpinger antwortet auf die Frage, warum der Beschluss noch nicht an das Land übermittelt sei, dass er noch Verhandlungen mit dem Bundesheer führe. Dieses hat ja wegen einer möglichen Beeinträchtigung der Einflugschneisen für den TÜPL Allentsteig Einspruch erhoben. „Unsere Raumplaner müssen noch einige Sachen einarbeiten.“

Zudem sei er Sprecher der drei Gemeinden und müsse auf diese – die anderen haben noch keinen Beschluss gefasst – Rücksicht nehmen. Wegen politischer Unklarheiten nach der Wahl in Göp fritz könne dies noch dauern.

Biologe Wolfgang Lechthaler, der sich bereits mehrmals namens der Windparkgegner zu Wort gemeldet hat, vermutet hinter der Verzögerung sachliche Gründe. „Es wurde mit falschen Daten und Fakten operiert, es gibt nachweislich Gutachten, die von der Betreiberfirma in Auftrag gegeben wurden.“

Die Sache sei so bedenklich, dass er am Rechtsstaat zweifle, wenn dieser Beschluss „durchgewinkt“ werde. „Das wäre einer Bananenrepublik würdig!“ Ein Kommando „Zurück an den Start“ wäre für Lechthaler das einzig Logische.