Erstellt am 17. Juni 2016, 04:10

Bühne steht, Proben können beginnen. Bühnenkonstruktion von heimischer Firma. Künstler kommen am 24. Juni.

Schon im Spätherbst des Vorjahres führte Opern-Intendant Johannes Wildner Regisseur Michael McCaffery und Architekt Asim Dzino (von links) auf die Burg, um Aussehen und Standort der neuen Bühne zu besprechen.  |  NOEN, zvg

Die Babenbergerburg in Gars-Thunau ist ein bekannt geschichtsträchtiges Areal, soll doch hier der Landespatron, der hl. Leopold, geboren sein. Als Spielort ist sie eine riesige Herausforderung für die Kreativen der Oper Burg Gars.

„Die Burg ist übermächtig. Will man sie in Szene setzen, darf man sie nicht verstecken“, ist Intendant Johannes Wildner überzeugt.

„Heroisches Gebäude voller Leben“

Wie aber kann eine Bühne aussehen, wie muss sie aussehen, damit sie bespielbar wird und damit das gesamte Bild einen Sinn ergibt und zudem vom Publikum verstanden wird? All diese Fragen haben Wildner, den irischen Regisseur Michael McCaffery und vor allem den, der die Bühneninstallation letztendlich zu planen hatte, Asim Dzino, lange beschäftigt, bevor sie die ideale Lösung fanden.

„Das ist ein heroisches Gebäude voller Leben“, schwärmt der Regisseur. „Die Burg ist wie für Shakespeare gemacht. Jeder Stein hat seine kleine Geschichte. Wenn man hier steht, ist man gleichzeitig in der Vergangenheit und in der Gegenwart.“

Der ehemalige künstlerische Leiter der Opera Ireland gilt als versierter Shakespeare-Spezialist und wird heuer Verdis „Otello“ – nach der Vorlage von Shakespeares „Othello, der Mohr von Venedig“ – in Szene setzen. Ihm liegt daran, auch der Burg in der Oper ihren Raum zu geben. Sie spielt mit und hat ebenfalls eine wesentliche Rolle.

Die endgültige Bühnenlösung stammt vom bosnisch-kärntnerisch-syrisch-niederösterreichischen Architekten Asim Dzino. Der Weltbürger debütierte in Gars bereits im letzten Jahr als Bühnenarchitekt. Die Idee zu einer festungsartigen Stiegenkonstruktion wurde gemeinsam mit dem Intendanten entwickelt. Ab 15. Juli wird auf dieser beeindruckenden Bühnenkonstruktion „Otello“ zu sehen sein.

Die Umsetzung hat, wie bereits im letzten Jahr, die Garser Tischlerei Holzbau Unfried übernommen. Etliches Rohmaterial aus dem Vorjahr konnte wiederverwertet werden. Nun ist die Konstruktion fertig, und die Proben können beginnen. Ab 24. Juni ist es soweit, da ziehen die Künstler nach Gars!