Erstellt am 12. November 2015, 18:11

von Martin Kalchhauser

Bundespräsident Fischer zu Gast im Bezirk Horn. Staatsoberhaupt stattete dem Stift Altenburg, dem Eisenbahnmuseum Sigmundsherberg und dem Friedhof des ehemaligen Sigmundsherberger Kriegsgefangenenlagers in einen Besuch ab.

 |  NOEN, Martin Kalchhauser
„Es freut mich, dass Sie sich Zeit nehmen, und einen Besuch abzustatten.“ Abt Thomas Renner und seinem elfköpfigen Benediktinerkonvent wurde am Martinitag die Ehre zuteil, Bundespräsident Heinz Fischer im Kloster Altenburg begrüßen zu dürfen.



Für den stimmkräftigen musikalischen Willkommensgruß sorgten die Sängerknaben unter Martin Wadsack. Sie hatten Peter Planyavskys „Dass du mich einstimmen lässt“, das „Heilig“ aus der Deutschen Messe Franz Schuberts und Moses Hogans „Great Day“ (Solist: Paul Schlegel) vorbereitet.

Die von Fischer erbetene Zugabe war Markus Pfandler-Pöcksteiners „Si tuvieras fé“ (Solist: Mathias Jarmer). Christopher Biringer überreichte dem Gast eine CD und erhielt für die Buben im Gegenzug ein Buch über die Hofburg überreicht.

Bewunderung für die Schätze der Bibliothek

Große Bewunderung äußerte Heinz Fischer nach dem Mittagessen – dem Datum entsprechend wurde ein knuspriges Gansl serviert – für die Schätze der Altenburger Bibliothek.

Der Präsident, der in Begleitung des Justizministers Wolfgang Brandstetter sowie des Horner Bezirkshauptmannes Johannes Kranner und der Bürgermeister Markus Reichenvater (Altenburg) und Gernot Hainzl (Röhrenbach) eine kurze Führung durch das Stift genoss, durfte sich als erster in ein neu aufgelegtes Gästebuch eintragen und bekam zu „Wegzehrung“ einen Korb mit Produkten aus dem Stift und der näheren Region überreicht.

Staatschef im Führerstand der Dampflok

Eigens eine Dampflok der Reihe 93.1421 in Betrieb genommen wurde für den hohen Gast in Sigmundsherberg. Dort empfingen Fischer Museumschef Rupert Öhlknecht und sein Stellvertreter Gerhard Zauner sowie Bürgermeister Franz Göd und Vize Johannes Hofer.

Spontan schwang sich der Bundespräsident in den Führerstand der eigens für ihn angeheizten Lok, um mit den Eisenbahnern Anton Wicho und Eduard Kühnel einige Meter auf dem Schienenstrang zurückzulegen. Die Freude darüber, dass der von Öhlknecht an ihn überreichte Eisenbahner-Befehlsstab die Rapid-Farben Grün und Weiß trägt, teilte Fischer dabei mit Gemeindeoberhaupt Göd.

In der Schar der Gastgeber, die Fischer im Museum empfingen, war neben dem Vorsitzender des Pensionistenverbandes NÖ, Johannes Bauer, auch der Historiker Rudolf Koch.

Großes Interesse an Ausstellung über das Lager

Diesem Historiker, dem Erforscher des Lagers und Gestalter der Schau, war es vorbehalten, Präsident Fischer durch die von ihm kuratierte Ausstellung über das Kriegsgefangenenlager Sigmundsherberg im Museum zu führen.

Mit dabei war dort auch der Italiener Ervino Schreiber, der für die Übersetzung des heuer erschienenen Koch-Buches „Schicksal Kriegsgefangenschaft“ in Italienische gesorgt hatte.

Ehrenbezeugung für verstorbene Italiener

Am ehemaligen Lagerfriedhof war die letzte offizielle Station des Bundespräsidenten. Dan in der letzten Ruhestätte für rund 2.400 Gefangene exakt 2.363 Italiener begraben liegen, hat dieser Ort bei der Bevölkerung den Namen „Italiener-Friedhof“. Auch dort war Koch für den Präsidenten und seine Entourage sachkundiger Führer.

Gemeinsam mit Bürgermeister Göd und Minister Brandstetter legte man beim Grabmal für die hier verstorbenen Italiener eine Gedenkminute ein. Von Sigmundsherberg führte Fischer der Weg dann noch nach Drosendorf, wo sein Besuch jedoch privaten Charakter hatte. Dort ist sein Kabinettsdirektor Helmut Freudenschuss im Elternhaus seiner Gattin Zweitwohnsitzer.