Erstellt am 21. Oktober 2015, 11:27

von Martin Kalchhauser

Camper ziehen ab. Fristen noch unklar: Mit Jahresende müssen die Dauercamper vom Platz am Edlersee abziehen. Unklarheiten um „Galgenfrist“ bis Mai.

Die ersten der von der Stadtgemeinde Geras gekündigten Dauercamper im Bereich des Edlersees haben bereits mit der Demontage ihrer Sommer-Domizile begonnen. Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser

Ende des Jahres laufen alle Pachtverträge der Dauercamper am Platz beim Edlersee aus. Wie berichtet, hat die Stadtgemeinde dies allen Benützern, die zum Teil bis zu 40 Jahre hier logierten, mitgeteilt.

NÖN.at hatte berichtet:

Auch ein Gespräch im Land brachte keine wesentlichen Neuerungen. Daran nahmen neben dem Camper-Sprecher Johannes Zalubil und zwei weiteren Vertretern der Betroffenen Bürgermeister Johann Glück, Stadträtin Karin Gutmann und der Chef des zuständigen (Kremser) Gebietsbauamtes, Stefan Schraml, sowie Josef Kirbes (Bürgerbüro) teil.

„In der Sache hat sich ja nichts geändert“, verlief der Termin für Glück (Foto links) wie erwartet. „Den Campern wurde dezidiert erklärt, was in der Bauordnung erlaubt ist.“

Es habe zahlreiche Übertretungen der Bauordnung gegeben (verlegte Fußböden, Mauern, …), der hohe Anteil der Dauermieter (80 bis 85 %!) verstoße gegen das neue Gesetz, dass nur maximal 50 % der Plätze auf Dauer belegt sein dürfen. Der Winterbetrieb sei für die Gemeinde zu teuer, und es habe in den 40 Jahren nie eine – schon längst überfällige – Neustrukturierung gegeben.

Camper: „Das Gesetz steht eindeutig gegen uns“

„Die Gemeinde überlegt, einen Pächter zu finden, der den Platz betreibt“, erklärt Glück. „Drei Interessenten denken derzeit darüber nach.“ Brach liegen lassen werde man das Gelände aber sicher nicht. „Dann würde die Gemeinde tätig werden.“

„Ich bin sehr traurig, aber es ist leider fix, dass wir wegmüssen“, erklärt Camper-Sprecher Zalubil. „Das Gesetz steht eindeutig gegen uns. Wenn wir alles wegreißen müssten, was angeblich nicht erlaubt ist, wäre das ja Steinzeit.“ Er selbst habe alles hergeschenkt, mehrere Parzellen werden bereits geräumt.

Das Entgegenkommen der Gemeinde, dass man bei zeitlichen Problemen mit der Räumung um eine Fristverlängerung bis Mai ansuchen könne, ist für manche Betroffene eine Farce. „Mit Ende dieses Jahres werden uns Strom und das Wasser abgedreht. Dann kann man da eh nichts mehr machen.“

Einige Camper überlegen deshalb eine Klage. Obwohl auch die Volksanwaltschaft auf Anfrage in einem Fall schon beschied, dass man ohne Chance sei …