Erstellt am 23. April 2016, 06:14

von Helmut Hagel

Dialog mit Islam ist unabdingbar. Positive Entwicklung in Horn im Umgang mit Flüchtlingen hervorgehoben.

Referent Johann Bruckner (Zweiter von links) und der Veranstalter der Diskussionsrunde, Helmut Hagel vom Katholischen Bildungswerk, mit den ersten Besucherinnen Helga Riegler, Ingrid Warringer und Brigitte Hradecky (v.l.).  |  NOEN, Hagel
Groß war das Interesse für den Informationsabend über den Islam, vor allem bei jenen, die mit Flüchtlingen zu tun haben: prominente Vertreter des Vereins „willkommen Mensch! in Horn“ und viele, die mit den Flüchtlingen Deutsch lernen.

Bereichernd war, dass neben dem Stadtpfarrer Pater Albert Groiß der Horner Imam Naeem Mohammed und Gemeinderat Shefqet Balaj in Begleitung einiger junger Migranten der Einladung des Katholischen Bildungswerks (KBW) Horn und des Christlichen Arbeitervereins (CAV) gefolgt waren; beide lieferten in der Diskussion wertvolle Beiträge.

Islamischer Staat auch von Muslimen verurteilt

Der Referent Johann Bruckner, als Leiter der Diözesankommission für Weltreligionen mit islamischen Gemeinden ständig in Kontakt, gab einen Überblick über die Entstehung des Islams, die Lehre und das religiöse Leben der Muslime, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Christentum und Islam, die verschiedenen Gruppierungen innerhalb des Islams und deren rechtliche Stellung in Österreich, die erst 2015 in einer Änderung des Islamgesetzes aus 1912 neu geregelt wurde.

Im Hinblick auf die zahlenmäßige Abnahme der Christen und die Zunahme der Muslime sei ein respektvoller Dialog miteinander dringend erforderlich, postulierte Bruckner und begrüßte dabei die bisherige positive Entwicklung in Horn.

In der Diskussion wurde festgestellt, dass die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich eine ebenso radikale Verurteilung des IS veröffentlicht hat wie etwa Papst Franziskus und größtes Interesse an einem friedlichen Zusammenleben bekundet. Die meisten Schwierigkeiten – wie etwa das Verhältnis zu den Frauen– sind kulturell, weniger religiös begründet. So wie in der Geschichte des Christentums wurde und wird in noch stärkerem Ausmaß im Islam die Religion von der Politik vereinnahmt und missbraucht.