Erstellt am 24. Februar 2016, 04:19

von Thomas Weikertschläger

Dworak nach Unfall: „Zwei Familien ermutigen mich“. Frau, Tochter und Kollegen geben Harald Dworak nach Unfall im Einsatz Kraft.

Derzeit noch von einem unter dem Pulli sichtbaren Stützkorsett gehandicapt, will Rot-Kreuz-Bezirkskommandant Harald Dworak so bald wie möglich wieder in seinem Notarztwagen Platz nehmen.Weikertschläger  |  NOEN

Für Gesprächsstoff in Horn sorgte der Unfall von Rot-Kreuz-Bezirkskommandant Harald Dworak während eines Einsatzes am Horner Piaristensteg. Unter anderem auch deshalb, weil der Vorfall in Gratis-Medien „dramatischer dargestellt wurde als er war“, erzählt Dworak der NÖN.

 „Sprung als einzige Chance rasch zu ihm zu kommen“

Was war in der Nacht zum 6. Februar tatsächlich passiert? Dworak war als Fahrer des Notarzteinsatzfahrzeuges zu diesem Einsatz nachalarmiert worden. Der Patient, ein junger Bursch, sei bereits auf der Böschung unter dem Steg gelegen.

Dworak: „In dieser Situation war für uns die einzige Möglichkeit, rasch zu ihm zu kommen, über das Geländer zu kraxeln und vom Rand des Stegs – nicht von der Mitte! – auf die Böschung zu springen.“ Er habe das getan, nachdem auch Kollegen schon gesprungen waren. Aber: „Das Geländer war auf der Außenkante glatt. Ich bin ausgerutscht, konnte nicht abspringen, es hat mir die Füße weggerissen.“

Außergewöhnliches Risiko sei er dabei keines eingegangen, „ich habe aber gleich gemerkt, dass mit meinem Rücken etwas nicht passt.“ Er sei dann rasch von Kollegen versorgt worden. Parallel mit dem Patienten wurde er ins Spital gebracht, wo er eine Woche verbringen musste.

Dabei lernte er die Arbeit im Spital aus einer anderen Perspektive kennen – und schätzen. „Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt. Der große Zuspruch der Kollegen und jener von Feuerwehr und Polizei hat mich sehr ermutigt“, so Dworak.

Dworak will schon bald wieder Dienst versehen

Neben der „Einsatzfamilie“ spielt bei seiner Genesung jedoch auch die private Familie eine große Rolle. Gattin Renate (der Unfall passierte just an deren 40. Geburtstag!) und die 12-jährige Tochter Julia kümmerten sich rührend um ihn, berichtet der Notfallsanitäter.

Wie lang er im Krankenstand bleiben muss, ist ungewiss. „Ich hoffe, dass ich bald zurück bin. Es gibt nichts Schlimmeres als untätig zu sein“, meint er. Derzeit schränkt ein Stützkorsett, das er wegen vier gebrochener Wirbel mindestens 12 Wochen tragen muss, seine Einsatzfähigkeit ein. Wöchentlich muss Dworak in Therapie. Ob eine Operation notwendig wird, werde sich aber erst zeigen.