Eggenburg

Erstellt am 13. April 2017, 05:14

von Martin Kalchhauser

Krahuletzmuseum ist ein besonderes Haus. Londoner Forscherin weilte im Haus. Einst kamen sogar Gäste aus Ägypten und Indien!

Museumsdirektor Johannes Tuzar mit seinem Gast Anja Grebe mit einem handschriftlich geführten Buch über Besucher im Krahuletzmuseum im Jahr 1903, in dem Gäste aus Indien, Algerien und Ägypten verzeichnet sind.  |  NOEN

Besondere Gäste hatte das Krahuletzmuseum Eggenburg in den vergangenen Wochen. Dass sie dem Haus und seinen Sammlungen höchste Wertschätzung zollen, freut Direktor Johannes Tuzar.

Aus England (nahe London) war die Doktoratsstudentin Angharad Jones zu Gast. Sie studiert an der Royal Holloway University of London und beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit den Funden in der Teufelslucke in Roggendorf. Dort hatte einst schon Johann Krahuletz gegraben, und die Fülle an Zähnen der dortigen Höhlenhyänen, meist in den 1950er-Jahren geborgen, waren ihre Forschungsobjekte. „Ich habe von diesem Museum in einem Fachjournal gelesen“, erzählt Jones. Per Mail fragte sie an – und war wenig später bereits in Eggenburg.

Forschung in 30 Museen

Jones forscht im Zuge ihrer Arbeit in 13 verschiedenen Museen. Ihre Arbeit führt sie nach Berlin, Brüssel, Barcelona und New York – und eine Station war Eggenburg. September 2018 möchte sie mit ihrem Studium fertig sein.

Keine so weite Anreise hatte die Universitätsprofessorin Anja Grebe, seit Oktober 2015 Chefin des neuen Instituts für Kulturgeschichte und museale Sammlungswissenschaften an der Donau-Universität Krems. „Ich beschäftige mich nicht nur mit den Landes-Sammlungen, sondern auch mit regionalen und städtischen Sammlungen“, erklärt sie. In der Frühgeschichte der Stadtmuseen in Österreich spiele das Krahuletzmuseum eine besondere Rolle. „Nach der Dokument- und Archivlage ist das Krahuletzmuseum eines der reichsten Museen des Landes!“

Schon 1903 Gäste aus aller Welt in Eggenburg

Unter anderem haben es Grebe Krahuletz‘ „Fundbücher“ angetan, in denen er bei Sonntagsspaziergängen Eintragungen machte. „Das Engagement des Johann Krahuletz wurde weitergetragen, und ich bin sehr dankbar für die Arbeit des Vereins, die viel investiert hat.“

Dass das Haus schon früher auch international geschätzt wurde, zeigen übrigens Eintragungen, die Grebe gemeinsam mit dem Hausherren Tuzar beim NÖN-Besuch gerade durchblätterte. Da waren Eggenburger Gäste verzeichnet, die das 1902 eröffnete Museum im Jahr 1903 besuchten. Sie waren auf einem Kongress in Wien und nützten die Franz-Josefs-Bahn um eine eintägige Exkursion hierher zu unternehmen. Unter den Herkunftsländern: Algerien, Ägypten, Indien …