Erstellt am 19. Juli 2015, 06:36

von Irene Tutschek

Nur positive Erfahrungen mit Flüchtlingen. Hilfe in den 90er-Jahren ist unvergessen.

Rede und Antwort standen den Bürgern beim Informationsabend über Flüchtlinge in Eggenburg Kulturstadtrat Josef Kirbes, Landtagsabgeordneter Jürgen Maier, Bürgermeister Georg Gilli, Stadtpfarrer Sepp Schachinger, Stadträtin Birgit Schrottmeyer und Wolfgang Kienecker von der NÖ Landesregierung (Kinder- und Jugendhilfe, von links).  |  NOEN, Irene Tutschek

Volles Haus im Rathaussaal: Vertreter aller Generationen aus der Bevölkerung zeigten Interesse an der derzeitigen Flüchtlingssituation und der bevorstehenden Unterbringung von 45 Jugendlichen im Lindenhof und kamen zum Informationsabend.

„Ja, es stimmt. Wir werden 45 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren im Lindenhof unterbringen“, verkündete Bürgermeister Georg Gilli. „200 Flüchtlinge wären für Eggenburg nicht tragbar gewesen. Wir konnten uns nun auf diese 45 einigen.“ Sie werden 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche von Erwachsenen begleitet und betreut. „Die Entscheidungsträger sind Landeshauptmann Erwin Pröll und der Wiener Bürgermeister Michael Häupl. Am 29. Juli wird es eine Begehung geben, wo die baulichen Maßnahmen genauer unter die Lupe genommen werden“, so Gilli.

Jugendliche werden in Stadt kaum spürbar sein

Man habe eine Verpflichtung und Verantwortung, „und es ist besser, sich jetzt darauf vorzubereiten, als dann als Gemeinde vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden.“ Bereits 1990 nahm Eggenburg Flüchtlinge aus Bosnien ohne Probleme auf. Die Familien konnten so gut integriert werden, dass manche von ihnen in der Stadt geblieben sind und Fuß gefasst haben.

„Wir hatten damals in einem Haus ebenfalls Jugendliche, die nicht unter ständiger Aufsicht waren und es hat alles problemlos funktioniert“, beruhigte die Eggenburgerin Renate Metzger. Vom Amt der NÖ Landesregierung (Abteilung Kinder- und Jugendhilfe) stand Sozialarbeiter Wolfgang Kienecker den über 150 Interessierten Rede und Antwort.

„Die Jugendlichen werden in vier Gruppen geteilt, und es gibt die Regelung, dass jede Gruppe immer von drei Betreuern sieben Tage die Woche für 24 Stunden betreut wird“, erklärte Wolfgang Kienecker. „Den Jugendlichen wird ein geregelter Tagesablauf geboten. Unser oberstes Ziel ist es, dass die Jugendlichen Deutsch lernen, daher werden täglich Sprachkurse stattfinden. Aber natürlich wird es auch ein betreutes Freizeitangebot geben. Daher werden Sie von den Jugendlichen gar nicht viel mitbekommen.“

"Chance, den Jugendlichen zu helfen"

Die Asylwerber werden in erster Linie aus den Ländern Afghanistan, Syrien und Somalia kommen. Da die Jugendlichen teils traumatische Erlebnisse miterleben mussten, hat sich bereits das Psychosomatische Zentrum Waldviertel (PSZW) dazu bereit erklärt zu helfen.

Zu spüren waren beim Info-Abend aber auch Bedenken der Bevölkerung. „Die Angst ist verständlich, da man nicht weiß, was und wer auf einen zukommt, aber es ist eine Chance, den Jugendlichen zu helfen“, meint Stadträtin Birgit Schrottmeyer. Seine ersten Erfahrungsberichte gab Horns Bürgermeister Jürgen Maier: „Natürlich wird es das eine oder andere Problem geben, ich möchte da nichts beschönigen. Aber glauben Sie nicht alles, was Sie auf Facebook zu diesem Thema lesen. Schenken Sie diesen ganzen Verallgemeinerungen keine Achtung und gehen Sie offen auf das Thema zu!“

Wer mithelfen kann, ist herzlich eingeladen

Am Ende der Diskussionsrunde meldete sich auch Christian Jordan vom Pfarrgemeinderat zu Wort: „Erzählen Sie weiter, was Sie bei diesem Informa tionsabend gehört haben, um diverse Gerüchte zu vertreiben!“

Interessierte, die den Flüchtlingen gerne helfen möchten, sei es mit Sachspenden oder bei der Mitgestaltung der Tagesprogramme, sind herzlich eingeladen, sich im Pfarrhof zu melden oder einfach ein E-Mail an Stadtpfarrer Pater Sepp Schachinger unter willkommenmensch.eggenburg@gmail.com zu schicken.