Erstellt am 03. Februar 2016, 04:13

von Jutta Hahslinger

Eigenem Vater gedroht: „Liegst glei im Stadl, in der Körndlkiste!“. Wüste Drohungen gegen Familienangehörige und Barbesitzer brachten psychisch Kranken ein Jahr in eine geschlossene Anstalt.

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„Wir wollten ihm nur helfen, aber er lässt es nicht zu. Zum Schluss haben wir uns schon vor ihm gefürchtet“, schilderte die betagte Mutter des Angeklagten unter Tränen.

Rückkehr ins Elternhaus brachte alte Muster wieder

Ihr Sohn (52) sei wegen gefährlicher Drohungen schon einmal weggesperrt gewesen. Auf die Therapie wegen seiner psychischen Erkrankung habe er gut angesprochen, er sei auf einem guten Weg gewesen. „Haben wir zumindest geglaubt“, seufzte die Waldviertlerin.

Die Rückkehr ins Elternhaus wirkte sich nicht positiv auf den 52-Jährigen aus. Er verfiel in alte Muster. Bedrohungen der Geschwister und der Eltern (unter anderem „Du sekkierst mich nicht mehr lange. Vater, du wirst gleich draußen im Stadl sein, in der Körndlkiste!“, „Mutter, du bist auch gleich drinnen!“ oder „Ich gebe euch eine zwischen die Lichter und keiner findet euch!“) standen wieder an der Tagesordnung.

Bar-Chef den Scheibenwischer vom Fahrzeug gerissen

Auch auf einen Barbetreiber im Bezirk Horn war der 52-Jährige wegen einer Verwaltungsstrafe nicht gut zu sprechen und er äußerte Drohungen. Dem Geschäftsführer der Bar riss er den Scheibenwischer vom Fahrzeug.

Ein Gutachter stufte den 52-Jährigen für gefährlich ein und empfahl eine Einweisung in eine Anstalt, wo der Kranke ärztliche Hilfe und psychologische Unterstützung bekommt.

Richter Michael Marvan schloss sich der Meinung des Experten an, verhängte über den Waldviertler eine einjährige Gefängnisstrafe und ordnete die Einweisung in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher an.