Erstellt am 20. Januar 2016, 12:28

von Rupert Kornell

Emotionaler Festakt: Abschied & Neustart. Stadtamtsdirektor Johann Steininger wurde mit Ehrenring in den Ruhestand verabschiedet, Matthias Pithan ist sein Nachfolger.

Den Ehrenring der Stadtgemeinde Horn samt entsprechender Urkunde erhielt der scheidende Stadtamtsdirektor Johann Steininger (Mitte) aus den Händen von Stadtchef Jürgen Maier (2.v.r.) und Vizebürgermeisterin Gerda Erdner sowie den Fraktionsführern Johann Riegler, Walter Kogler, Jürgen Rochla und Gerhard Lentschig (von links).  |  NOEN, Rupert Kornell
Es war nicht nur ein äußerst festlicher Rahmen, sondern ein sehr emotionaler Festakt im übervollen Vereinshaus, als der langjährige Stadtamtsdirektor Johann Steininger verabschiedet wurde und sein Nachfolger Matthias Pithan sein Ernennungsdekret erhielt.

„Deine Stadt sagt Danke!“, schloss Bürgermeister Jürgen Maier an die Abschiedsworte Steiningers bei seiner letzten Gemeinderatssitzung an, wo der in Japons wohnhafte Jurist „Horn ist meine Stadt!“ gesagt hatte, und überreichte ihm mit Vizebürgermeisterin Gerda Erdner und den Fraktionsführern aller vier Gruppierungen den Ehrenring „seiner“ Stadt.

Lob für scheidenden und neuen Stadtamts-Chef

„Du warst eine Bereicherung, deine Worte, dein Tun sind im Einklang gestanden, du hast Handschlagqualität, wir schätzen dein Wissen, deine Objektivität, deine Loyalität, du warst eine große Stütze für die Stadt und die Gemeinden im Bezirk“, war der Bezirkshauptmann voll des Lobes für Steininger und auch für seinen Nachfolger: „Man hat mit Matthias Pithan den richtigen Mann gefunden mit hohem Fachwissen und großer Flexibilität.“

Auch der Pernegger Bürgermeister Franz Huber als Obmann des Gemeindevertreterverbandes – der heißt seit wenigen Tagen Gemeindebund – hob Steiningers Menschlichkeit und sein großes Fachwissen hervor, dessen Rat geschätzt war, „wenn es einmal brenzlich geworden ist, und der nie auf die Uhr geschaut hat, er war immer für uns erreichbar“. Als Zeichen des Dankes überreichte er ihm die „Goldene Ehrennadel des Verbandes“.



In seiner von Emotion getragenen Rede wies Maier auf den beruflichen Werdegang des „ersten Beamten der Stadt“ hin, der seit 1989 als Jurist in der Stadtgemeinde tätig war, seit 2001 Direktor des Stadtamtes.

Wie Kranner strich auch er Steiningers Fachwissen und Loyalität, seine offene und ehrliche Art, sein überparteiliches Wirken und seine Funktion als wichtiger Berater hervor. „Du hast mir immer den Rücken gestärkt, etwa bei den Turbulenzen rund um die beiden Stiftungen“, war er ihm dankbar. „Es war eine Freude, dich als Mitarbeiter und Freund zu haben.“

Und in Richtung Pithans sagte der Stadtchef: „Alles, was ich jetzt über Hans Steininger gesagt habe, ist Auftrag für dich! Du musst seine Fußstapfen nicht zu hundert Prozent ausfüllen, aber wir erwarten viel von dir – und dass du der Verwaltung der Stadt deinen Stempel aufdrückst. Wir hoffen, dass auch du bald sagen kannst: ,Horn ist meine Stadt!‘“

„Es ist keine Schande hinzufallen,
sehr wohl aber eine, nicht wieder
aufzustehen!“
Johann Steininger

„Bei meinem Handeln ist stets der Mensch im Mittelpunkt gestanden“, ließ der scheidende Stadtamtsdirektor seine Arbeit in der Stadt Revue passieren und dankte seiner Familie, dass sie ihm zu jeder Zeit den Rücken gestärkt habe.

Er habe stets nach dem Motto „Es ist keine Schande hinzufallen, sehr wohl aber, nicht wieder aufzustehen“ gehandelt. Jede einzelne Begegnung, jedes Gespräch habe zur Formung seiner Persönlichkeit beigetragen, nichts davon wolle er missen. Sein besonderer Dank galt nicht nur den Politikern, sondern den Mitarbeitern, von denen er immer wieder viel Unterstützung erfahren habe.

Auch sein Nachfolger spielte auf die wichtige Rolle der Familie in seinem Leben an und betonte, diese berufliche Herausforderung anzunehmen.

„Ich habe in diesem einen Jahr unserer Zusammenarbeit die Fußstapfen gesehen, ich bin auf diese Orientierung angewiesen, aber man kann niemand überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt“, legte sich Pithan die Latte hoch. „Ich möchte meinen eigenen Stil finden, aber auch auf Vorbilder wie Johann Steininger zurückgreifen.“