Erstellt am 29. Oktober 2015, 04:47

von Martin Kalchhauser

Essen auf Rädern: Versorgung gerettet. Nach Aus im Canisiusheim musste neuer Wirt her. Mahlzeiten werden aus Schiltern „importiert“. Kritik an Klinikum Horn.

Ein neuer Lieferant sichert den Fortbestand von Essen auf Rädern in der Stadt Horn. Engagierte freiwillige Helfer wie Walter Kapeller, Franz Amon, Elfi Malleczek, Obmann Gerhard Hauer und Milena Erlacher (von links) sorgen weiterhin für die zuverlässige Zustellung an 365 Tagen im Jahr. Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser
Seit 33 Jahren bereits gibt es „Essen auf Rädern“ in Horn. Die ARGE, die von Gerhard Hauer geführt wird, liefert aktuell mit rund 60 Freiwilligen täglich (an 365 Tagen im Jahr!) zwei Wahlmenüs an etwa 70 Bezieher (55 in Horn, 15 im Rahmen der vom Hilfswerk organisierten Aktion in St. Bernhard-Frauenhofen) aus.

„Gab bei keinem Gastronomen Interesse“

Weil Thomas „Jimmy“ Barta Ende des Monats aus dem Canisiusheim abzieht, war das System in Gefahr. Zwar gelang es nicht, eine regionale Lösung mit einem heimischen Wirten zu finden, mit dem Umstieg auf die Firma Gattinger, die im Psychosomatikzentrum Schiltern kocht, ist die Zukunft der Aktion aber gesichert.

„Die Firma Gattinger hat Erfahrung, versorgt Caritas, Schulen und Kindergärten“, kann Hauer Skeptiker des „Imports“ aus dem Nachbarbezirk Krems beruhigen. „Alle Anfragen an Gastwirte in der Region Horn waren leider vergeblich. Es gab bei keinem der Gastronomen Interesse an diesem Auftrag.“ Zu weit zu fahren, sei den Helfern außerdem nicht zumutbar und auch eine Kostenfrage.

Gattinger liefert das Essen nach Horn, im Parkdeck beim Öhlknechthof wird auf die lokalen Fahrzeuge umgeladen, die dort auch garagiert werden.

Hoffnung auf Hilfe aus Klinikum vergeblich

Während einer der früheren Lieferanten, das Stephansheim, wegfällt (dort wird ja in den einzelnen Wohngruppen gekocht), wurde auch ein Umstieg auf das Landesklinikum Horn erwogen. „Es ist traurig, dass das Spital da nicht einspringen wollte“, bedauert Hauer, dass das dortige Küchenteam gemeint habe, man habe die Kapazität nicht und es sei logistisch nicht möglich.

Einige Mitarbeiter, die dort Einblick hätten, seien deshalb regelrecht „grantig“ gewesen. Immerhin funktioniere dies in einigen anderen Bezirken Niederösterreichs (Amstetten, Scheibbs, …) total problemlos.

Eine ihm angebotene Intervention von höchster Stelle für eine Lösung mit dem Klinikum Horn habe er abgelehnt. Hauer: „Wenn so eine Kooperation ständig gegen gewisse Widerstände zu kämpfen hat, kann das auf Dauer nicht gut gehen.“

Zum Lob für die jüngste Vergangenheit („So gut und unkompliziert wie mit Jimmy Barta hat es noch nie funktioniert!“) gesellt sich beim „Essen auf Rädern“-Obmann Hauer nun aber auch die Zuversicht: „Qualität, Sicherheit und Kontinuität sind mit der nun getroffenen Lösung gewahrt.“

Einige nötige Investitionen, etwa die Anschaffung einer dritten Essensgarnitur, seien finanziell verkraftbar. Der Essenspreis muss jedoch voraussichtlich um rund zehn Prozent (auf 6,70 Euro) angehoben werden.