Erstellt am 12. November 2015, 11:48

Feuerwehr auf Tschechien-Ausflug: Atombunker besichtigt. Messerner knüpften Kontakte zu Kollegen und genossen hochinteressantes Programm in Pilsen.

Grundstein für Partnerschaft gelegt: Vaclav Vitovec und Partner Rainer Hunger (»Iron Courtain Foundation«), Kommandant Pavel Hruby (FF Misov) und Messerns FF-Chef Klaus Ringl (v.l.). Fotos: Hunger, Linhart, Weinberger  |  NOEN, MILAN-LINHART
Den tschechischen Nachbarn im knapp 230 Kilometer entfernten Misov bei Pilsen stattete eine fast 30-köpfige Gruppe der FF Messern einen Besuch ab.

Zwei Tage gab es Zeit, um unter anderem der Brauerei Pilsen einen Besuch abzustatten, Kontakte mit der Feuerwehr des kleinen Ortes Misov zu knüpfen und vor allem den dortigen Atombunker zu besichtigen. Diese Anlage der ehemaligen Sowjetunion ist ein Mahnmal der unsinnigen atomaren Wettrüstung. Heute ist der Bunker ein Museum.

Große Berufs-, kleine freiwillige Feuerwehr

Beim Besuch bei der kleinen Freiwilligen Feuerwehr Misov wurden Kontakte geknüpft und Gastgeschenke ausgetauscht. Am zweiten Tag stand ein Besuch bei der Berufsfeuerwehr Pilsen am Programm, die für die Sicherheit von 170.000 Einwohnern in einem Umkreis von 70 Kilometern tätig ist. Für viele FF-Mitglieder war die Ausrüstung sehr beeindruckend.

Neben der Dolmetscherin Hannah Schlöglova waren die Reisenden vor allem Rainer Hunger, der mit FF-Chef Klaus Ringl für die vorbildliche Organisation verantwortlich war, dankbar. Ihm, der selbst in der „Stiftung Eiserner Vorhang“ (Iron Courtain Foundation, ICF) aktiv ist, war es ein besonderes Anliegen, die ehemalige Grenze einmal mehr zu überwinden.

„Ich freue mich, dass den gesamten Ausflug eine unglaublich positive Stimmung beherrscht hat“, meint er im Rückblick. „Es ist immer mein Ziel, dass wir mit unseren nördlichen Nachbarn ein gutes Einvernehmen herstellen und bewahren.“ Sich dabei gesellschaftlich wichtiger Gruppen zu bedienen, ist für den aus Messern stammenden Historiker ein wichtiger Aspekt. „Blasmusik, Sportvereine und Feuerwehr sind die besten Vehikel für die Förderung guter nachbarschaftlicher Kontakte.“

Das soziale Leben sei in diesen Gruppen bestimmend. Bei der Feuerwehr habe er sich selbst gewundert, wie rasch Sprachbarrieren verschwanden, weil das gegenseitige Verständnis, gemeinsame Interessen und gemeinsame Verantwortung im Vordergrund stehen.

Atombunker erst vor drei Jahren entdeckt!

Highlight war aus Hungers Sicht natürlich der Bunker-Besuch. „Dieser ist erst seit drei Jahren bekannt!“ Von der ICF wurde der Bau, nicht zuletzt dank des Engagements eines Freundes des Österreichers, Vaclav Vitovec, „ausgegraben“ und zum Museum mit den Schwerpunkten 1968 (mit den wertvollen historischen Fotos Milan Linharts), Wettrüsten und Atomkraft-Nutzung umgestaltet.

Fest steht bereits jetzt: Der Besuch der Messerner war ganz sicher nicht der letzte Kontakt mit den Freunden aus Misov.