Erstellt am 17. Februar 2016, 21:16

von Martin Kalchhauser

Flüchtling attackierte Betreuerinnnen. 16-jähriger Afghane rastete im Eggenburger Lindenhof aus. Als die Polizei einschritt, mischte sich auch sein 15-jähriger Freund ein. Fazit: eine Verhaftung und zwei Anzeigen.

 |  NOEN, Martin Kalchhauser
Der Anruf einer Betreuerin der Flüchtlinge im Eggenburger Lindenhof rief am 16. Februar gegen 20.30 Uhr die Polizei auf den Plan. Die Beamten mussten eine Situation bereinigen, die durch aggressives Verhalten eines Jugendlichen aus Afghanistan eskaliert war.

Betreuerinnen fühlten sich bedroht

Um exakt 20.24 Uhr ging am Dienstag unter der Nummer 133 ein Notruf einer Betreuerin aus dem Lindenhof ein.

Im ehemaligen Heim für Schwererziehbare der Stadt Wien, in dem einer der Pavillons seit Juli 2015 als Unterkunft für 45 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dient, war es zu einer bedrohlichen Situation gekommen. Ein 17-jähriger afghanischer Asylwerber randaliere und bedrohe die Betreuerinnen, hieß es.

Polizei sprach Betretungsverbot aus

Beim Eintreffen der zwei sofort entsandten Streifen konnte der randalierende Jugendliche Mohammad S. (16) im Küchenbereich des Pavillons angetroffen werden. Da beide bedrohten Betreuerinnen – sie sind Mitarbeiterinnen der Caritas – in der dortigen Betreuungseinrichtung wohnen, erfolgte durch die Beamten die Erlassung eines Betretungsverbotes.

Der Betroffene war laut Polizei allerdings „nicht kooperativ“ und wurde sofort weggewiesen. Im Stiegenhaus leistete er erheblichen Widerstand und wurde in der Folge festgenommen.

Freund griff die Beamten an: Verhaftet!

Im Zuge der Festnahme mischte sich plötzlich ein Freund des jungen Mannes ein. Im Stiegenhaus wollte dieser, Mohammad A. (15), ebenfalls afghanischer Asylwerber, aktiv den Abtransport verhindern.

Er schrie wie besessen und versuchte, mit Körperkraft zum Festgenommenen zu gelangen. Nach mehrmaliger Abmahnung und Androhung der Festnahme durch die Polizisten wurde der zweite Afghane festgenommen.

16-Jähriger musste aus Eggenburg weg

Zur Sicherheit verständigten die Beamten einen Notarzt. Dieser stellte aber bei keinem der Beteiligten eine Verletzung fest. Während der jüngere der beiden Flüchtlinge in polizeilichen Gewahrsam genommen wurde, gab es gegen den Auslöser des Polizeieinsatzes eine Anzeige auf freiem Fuß.

Um eine neuerliche Eskalation zu vermeiden, wurde letzterer in eine Betreuungsstelle der Caritas in Biedermannsdorf (Bezirk Mödling) gebracht.

Anzeigen an BH und Staatsanwaltschaft

Eine Folge der Aktion ist eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft Krems gegen den Randalierer. Der jüngere Freund wird bei der Bezirkshauptmannschaft Horn angezeigt. Das Verhalten der beiden könnte ihre Chance auf einen dauerhaften Aufenthalt in Österreich negativ beeinflussen.

Die einschreitenden Beamten der Polizeiinspektion Eggenburg, die bei ihrem Vorgehen „einsatzbezogene Körperkraft“ anwenden mussten, wurden bei der Auseinandersetzung nicht verletzt.

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