Erstellt am 08. September 2015, 11:16

von Thomas Weikertschläger

Große Anerkennung für Flüchtlingshilfe. 150 Bürgermeister aus ganz Österreich zollten Stadt Horn Lob für „Haus Helina“ und Flüchtlingsbeirat.

Neben dem Horner Bürgermeister Jürgen Maier (2. v. l.) stellten auch der Perchtoldsdorfer Bürgermeister Martin Schuster und der Klosterneuburger Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager dem Präsident des Forums Alpbach, Franz Fischler, und 150 weiteren Teilnehmern die Flüchtlingsprojekte in ihren Gemeinden vor. Foto: privat  |  NOEN, privat
Die Stadt Horn stand beim Forum Alpbach im Zentrum einer spannenden Diskussion: Im Rahmen eines Treffens, an dem 150 Bürgermeister, Vizebürgermeister, Amtsleiter sowie Vertreter der Caritas und anderer Institutionen teilnahmen, präsentierte Bürgermeister Jürgen Maier die Unterbringung von Flüchtlingen in Horn. Seit Ende Juni sind ja rund 100 Flüchtlinge im „Haus Helina“ untergebracht.

Anregende Diskussion über rechtliche Hintergründe

Neben dem Horner Projekt wurden 18 weitere aus ganz Österreich vorgestellt – so gab es die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und sich Anregungen zu holen. Maier: „Jede Gemeinde hat andere Voraussetzungen und andere Herangehensweisen an die Thematik. Es war interessant und lehrreich zu sehen, welche Lösungsansätze es für bestimmte Situationen gibt.“

Besonders die Diskussion über rechtliche Hintergründe sei anregend gewesen. „Da ging es um baurechtliche oder feuerpolizeiliche Fragen, wo es in jedem Bundesland unterschiedliche Regelungen gibt“, so Maier.

Außerdem bot das Treffen die Chance, Kontakte zu knüpfen: „Wenn jetzt in einer Gemeinde Probleme auftauchen und man weiß, dass jemand anderer dieses Problem schon gelöst hat, ist es gut, sich an diese Gemeinde wenden zu können.“

„Den Flüchtlingsbeirat gibt es in dieser Form
nur in Horn. Für diese Institution konnten wir
viel Interesse wecken.“
Bürgermeister Jürgen Maier

Als Folge der Veranstaltung soll ein Handbuch entwickelt werden, in dem Erfahrungen und positive Beispiele aufgeführt werden. Mit diesem Handbuch sollen Gemeinden, die erst vor der Aufnahme von Flüchtlingen stehen, ein Leitfaden und Tipps geboten werden. „Darin werden ,best-practice-Beispiele‘ und Hinweise, wo Probleme auftreten könnten, zu finden sein“, erklärt Maier.

Aus der Horner Projektpräsentation kam bei den Teilnehmern der Flüchtlingsbeirat besonders gut an. Diesem Beirat gehören neben Vertretern der Gemeinde, der Bezirkshauptmannschaft und der Polizei auch Vertreter verschiedener Glaubensgemeinschaften und der Caritas an. Maier: „Das gibt es in dieser Form nur in Horn. Für diese Institution konnten wir bei anderen Gemeinden Interesse wecken.“

Beispielgebend sei aber auch die Aufnahme von Asylwerbern im städtischen Bauhof, so Maier: „Diesbezüglich hat etwa die Bürgermeisterin von Innsbruck angefragt, wie wir das lösen.“