Erstellt am 03. Mai 2016, 11:28

von Martin Kalchhauser

Polizei schritt bei Flüchtlingen ein. Sturm im Wasserglas? Vermeintliche „Schlägerei“ war nur ein Streit. Einsatz wieder abgebrochen.

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Aufregung um die Flüchtlingsunterkunft in Gars. Am Montag, 2. Mai, gab es dort einen Polizeieinsatz. Der Anlass stellte sich jedoch kurz darauf als ungerechtfertigt heraus. Ärger gibt es bei den Flüchtlingshelfern dafür über die Meldung der Gratis-Tageszeitung „heute“.

Unklar ist, wer Polizei alarmierte

Zwischen zwei Männern der Unterkunft, wo rund 20 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern betreut werden, war ein Streit um die Verteilung der Aufgaben im Haus ausgebrochen. Wer die Polizei einschaltete, ist unklar. Beamte der Polizeiinspektion rückten an, Gruppeninspektor Franz Silberbauer forderte Verstärkung aus Horn an – was aber, wie sich rasch herausstellte, nicht nötig war. Der Einsatz wurde rasch wieder beendet. Nachdem es keinen Verletzten gab und die Streithähne wieder befriedet werden konnten, gab es auch keine Konsequenzen, weder eine Wegweisung noch eine Anzeige.

Verwunderung bei Flüchtlingshelfern

Flüchtlingshelferin Paula Uitz: „Soviel ich weiß, war der Polizeieinsatz ungerechtfertigt. Wir waren verwundert und wissen nicht, wer die Beamten verständigt hat.“ Ebenfalls verwunderlich: Dass innerhalb kurzer Zeit ein mit einer Kamera „bewaffneter“ Reporter, der im Sold einer Gratis-Zeitung steht, in der Tür stand. Dieser wurde aber von der Polizei umgehend wieder hinauskomplimentiert.

Polizeichef: „Darstellung völlig übertrieben!“

Bezirkspolizeikommandant Günther Brinnich: „Die Darstellung, dass es eine Schlägerei gegeben habe, halte ich für völlig übertrieben. Es gab einen Streit um eine Nebensächlichkeit. Aber davon, dass ,die Fäuste geflogen sind‘ kann überhaupt keine Rede sein.“ Es habe nur ein paar Kratzer gegeben. Verletzung musste keine versorgt werden.