Gars am Kamp

Erstellt am 10. August 2016, 04:53

von Rupert Kornell

Schlingpflanzen im Kamp fesselten Frau. Bademeister Andreas Aigner befreite Hedwig Führer, bald 80, aus bedrohlicher Lage.

Bademeister Andreas Aigner war zur Stelle, um Hedwig Führer, die in wenigen Tagen ihren 80. Geburtstag feiert, aus dem Kamp zu retten.  |  NOEN

„Ein Mädchen ist zu mir gelaufen und hat gefleht ,Helfen Sie mir, die Oma steckt in den Schlingpflanzen fest!‘“, erinnert sich Andreas Aigner, einer der Bademeister im Sportbad Gars, an eine bisher noch nie erlebte Begegnung vor einigen Tagen.

„Weiß nicht mehr wie mich Andreas gerettet hat“

„Natürlich bin ich sofort zum Kamp gelaufen, konnte die Frau aber nicht gleich herausziehen, weshalb ich mich ins Ruderboot gesetzt und sie gebeten habe, sich anzuhalten“, schildert er die dramatischen Momente. „Ich bin sofort ans straßenseitige Ufer gerudert, weil dort keine Schlingpflanzen sind. Dort konnte sie aber nicht ins Boot steigen, weil sie keinen Boden unter den Füßen hatte, weshalb wir wieder zurück ans rechte Ufer, aber an eine andere Stelle, gerudert sind. Dort hat sie sich dann endlich auf ein Bankerl setzen können und wurde mit einem Glas Wasser gelabt.“

An dieses Glas Wasser hat sich Hedwig Führer aus Gars – sie feiert in wenigen Wochen ihren 80. Geburtstag – wieder erinnern können. „Was da geschehen ist, weiß ich nicht.“

Nur was davor war, ist beim NÖN-Gespräch präsent: „Ich war mit meiner zehnjährigen Enkelin Carolina schwimmen, wie immer beim China-Zentrum, sie mit einem Schwimmreifen. Beim Hinausgehen ist er aus der Hand gerutscht, in den Kamp gefallen und von der Strömung abgetrieben worden. Ich bin nachgeschwommen, habe ihn aber erst auf der anderen Seite erwischt. Und dort waren die Schlingpflanzen. Mehr weiß ich nicht mehr, auch nicht, wie mich Andreas gerettet hat.“

„Bademeister gebührt besonderes Lob!“

„Dem gehört ein großes Extra-Lob“, ist auch die Meinung von Doris Kellner, die sich darüber ereifert, dass so viele die Verzweiflung ihrer Freundin gesehen haben müssen, aber außer Aigner niemand reagiert habe.

Führer hat dem jungen Mann eine Belohnung zugesteckt, die er nicht nehmen wollte („Dass ich geholfen habe, ist ja selbstverständlich!“), dann hat er aber mit seinen Kollegen auf die gelungene Rettung angestoßen.

Führer ist ein Kamp-Fan seit über 70 Jahren: „Sobald der Kamp 16 Grad hat, bin ich da. Ich schwimme jeden Tag eine Stunde, dann bin ich erfrischt und gehe wieder nach Hause.“ Nachsatz: „Weil mich der junge Mann gerettet hat, kann ich auch meinen Achtziger feiern.“