Erstellt am 26. April 2017, 06:00

von Martin Kalchhauser

Initiative: „Biogasanlagen sind Gold wert!“. Verband NÖ startete Bürgermeister-Petition in Gars. Viele Argumente für Ökostrom-Förderung.

Demonstrative Unterstützung für Biogas-Anlagen: Bürgermeister Martin Falk, Nationalratsabgeordneter Werner Groiß, Bürgermeister Landtagsabgeordneter Jürgen Maier (vorne, von links), Biogas Drosendorf-Obmann Rudolf Zehetbauer, BBK-Obmann Herbert Hofer, Kompost- und Biogas-Verbands-Obmann-Stv. Norbert Hummel und die Bürgermeister Josef Spiegl, Hermann Gruber und Karl Braunsteiner (stehend, von links).  |  Martin Kalchhauser

Im Mai steht die Beschlussfassung über eine Ökostromnovelle im Parlament an. Wenn sie in der vorgesehenen Form kommt, wird die Förderung für Biogas-Anlagen stark vermindert. Bis zu 80 % der Standorte droht das Aus.

Das ist der Grund, warum der Kompost- und Biogas-Verband Österreich eine Bürgermeister-Petition initiierte. Die erste in NÖ wurde am Freitag in Gars vor dem dortigen Werk unterschrieben.

Ohne Förderung könne man nicht positiv bilanzieren

Die Forderung der Betreiber-Firmen, bäuerlichen Genossenschaften und Vereine lautet: Verlängerung der aktuellen Förderung von 15 Cent pro Kilowattstunde von 13 Jahren (würde 2019 enden) auf 20 Jahre. „Wir brauchen noch Zeit“, drängt Werner Marzi, Geschäftsführer der Garser Anlage. „Jeder Ökostrom ist gefördert, aber wir sind am umweltschonendsten. Und die Wertschöpfung bleibt in der Region.“

Norbert Hummel, Obmann-Stellvertreter im Biogas-Verband: „Man ist beim Bau der Anlagen von einem Marktpreis für Strom von 8 Cent ausgegangen, derzeit liegt der Erlös bei durchschnittlich 2,5 Cent!“ Hier könne man ohne Förderung nicht positiv bilanzieren.

ÖVP-Nationalratsabgeordneter Werner Groiß stellt sich auf die Seite der Betreiber: „Erstens wollen wir im ländlichen Raum keine Industrieruinen, zweitens brauchen wir für die Erreichung des Klimaziels mehr erneuerbare Energie.“ Effiziente Anlagen („Die Kriterien sind klar definiert!“) sollen weiterlaufen. „Die Novelle geht in die richtige Richtung, aber sie ist zu gering dotiert.“ Groiß könnte sich auch gestaffelte Summen vorstellen. „Die Anlagen sind wegen ihrer regionalen Wertschöpfung Gold wert.“

Es geht um Versorgungssicherheit und Umweltschutz

Auf die hohe „Versorgungssicherheit“ durch viele einzelne Anlagen verweist Bauernkammerobmann Herbert Hofer. Und für den Garser Gemeinde-Chef Martin Falk ist der Betrieb der dortigen „hocheffizienten Anlage“ aus einem weiteren Grund wichtig: „Sie speist ins Nahwärmenetz ein, für das Warmwasser braucht im Sommer nicht geheizt werden – das ist positiv für den Luftkurort Gars. Es wäre bitter, sollte das 2019 aus sein!“

Hummel skizziert die Lage angesichts steigender E-Mobilität: „Wenn Anlagen, die 365 Tage pro Jahr 24 Stunden laufen, abgedreht werden, fährt jedes zusätzliche E-Auto mit Import- also Atomstrom!“

Umfrage beendet

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