Erstellt am 04. November 2015, 12:17

von Martin Kalchhauser

Gars: Kein Schatten auf Oper. Geschäftsführer Rudolf Berger "musste Notbremse ziehen". Garser Aushängeschild vom privaten Schiffbruch nicht betroffen.

Rudolf Berger musste mit seiner Beratungsfirma Konkurs anmelden. Die Oper Gars GmbH ist davon aber nicht betroffen.  |  NOEN, Martin Kalchhauser

"Gibt es jetzt im nächsten Jahr keine Opernaufführungen in Gars?"; Diese spontane, im Kamptal mehrfach gestellte Frage war die Folge der Meldung des Gläubigerschutzverbandes AKV über den Konkurs der Consultingfirma des Geschäftsführers der Oper Burg Gars GmbH, Rudolf Berger. Die Antwort ist eindeutig: Nein! Die Oper ist von diesem Ereignis nicht betroffen.

Gläubiger fordern 250.000 Euro ein

Der Gläubigerschutzverband AKV vermeldete Ende der Vorwoche, dass über das Vermögen Bergers als unbeschränkt haftender Gesellschafter der „Rudolf Berger Kulturconsulting KG“ auf eigenen Antrag das Konkursverfahren eröffnet wurde. Die Firma war früher im Weinviertel und zuletzt in Gars beheimatet. Von acht Gläubigern wird eine Viertelmillion Euro gefordert. Geplant sei eine Quote von 34 % binnen sieben Jahren. Forderungen können bis 2. 12. angemeldet werden. Masseverwalter ist der Horner Rechtsanwalt Heinz Nagl.

„Das ist halt so und ist ja anderen auch schon passiert. Aber es hat nur mit mir privat zu tun“, ist Berger auch im Telefonat mit der NÖN um Präzision bemüht. Mit der Oper stehe das Verfahren in keinerlei Zusammenhang. „Ich habe schon über längere Zeit Verbindlichkeiten mitgeschleppt und musste jetzt die Notbremse ziehen.“

Weiter Geschäftsführer der Burg Gars GmbH

Seine Firma, die seit 2007 bestand, habe Künstler und Kulturschaffende beraten und auch vermittelt. Berger: „Ich bin aber weiterhin völlig uneingeschränkt als Geschäftsführer der Burg Gars GmbH tätig.“ Auch sein zweites Engagement als Geschäftsführer des Operettensommers Kufstein kann der Manager weiterhin uneingeschränkt ausüben.

Rudolf Berger fungiert in Gars seit November 2014 als Geschäftsführer der damals neu gegründeten Burg Gars GmbH (anfangs gemeinsam mit Heribert Reisinger, jetzt alleinverantwortlich). Davor war er unter anderem Vizepräsident der Opera America und anderer internationaler Opernhäuser, ehe er dann 2003 bis 2007 als Direktor der Wiener Volksoper fungierte, sich in der Folge selbstständig machte und zuletzt schließlich in Gars landete.