Erstellt am 06. Mai 2016, 05:34

von Martin Kalchhauser

Gast aus Simbabwe mit Tierliebe ohne Grenzen. Tierarzt Jack Mike Dengu (25) praktizierte in Geraser Ordination.Familiäre Aufnahme durch Familie Hofbauer beeindruckte ebenso wie Arbeit in Kleinpraxis.

Austausch über den Rotary-Club: Gerlinde und Ingomar Hofbauer mit ihrem Gast, dem Tierarzt Jack Mike Dengu aus Simbabwe, und Kater »Filou«. Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser

Über Vermittlung von „Young Academics“ im Rahmen des Youth Exchange Programs des Rotary-Clubs verbrachte ein junger Tierarzt aus Simbabwe drei Monate in Österreich.

In Geras fand Jack Mike Dengu (25) – er stammt aus der Hauptstadt Harare und schloss sein Veterinärmedizin-Studium im Oktober 2015 ab – bei Familie Hofbauer Aufnahme.

Tierarzt Ingomar Hofbauer und seine Gattin Gerlinde, die Präsidentin des lokalen Rotary-Clubs Geras/Waldviertel ist, boten ihm nicht nur Gelegenheit, in der kleinen Praxis mitzuarbeiten. Sie nahmen ihn auch in die Familie auf.

Nach zwei Wochen bei den Hofbauers sammelte der junge Tierarzt noch Praxis in der Tierklinik Hollabrunn und zuletzt bei Veterinär Siegfried Fürst in Dobersberg.

„Es ist jeden Tag ein Abenteuer!“

Warum kam Dengu nach Geras? „Ich wollte nach Österreich oder nach Deutschland“, erzählt er, der vorher „über Österreich nichts gewusst“ hatte, in makellosem Englisch. Dann suchte Rotary nach einem Tierarzt, der seinen Kollegen aufnehmen würde, und wurde in Geras fündig.

Der junge Afrikaner liebt seine Arbeit: „Es ist jeden Tag ein Abenteuer!“ Unterschiede zu seinem Land gebe es unter anderem bei der Größe der Praxis – in Harare seien Gemeinschaftspraxen mehrerer Tierärzte üblich. Für seinen Gastgeber war dafür die teils enorme Größe der Herden in Simbabwe überraschend.

Dengu, der künftig Wild- und Haustiere behandeln wird, freut sich, dass die Verständigung (dank internationaler Fach ausdrücke) kein Problem war. Wenn es am 7. Mai wieder zurück nach Afrika geht, hat er viele Freunde gewonnen. „Ich weiß, dass es großes Glück war, ausgerechnet bei den Hofbauers zu landen.“