Erstellt am 14. Oktober 2015, 09:17

von Martin Kalchhauser

„Geheimnisse“ um Wind: Zuhörer ausgesperrt. Debatte um Änderungen im Windpark wurden in den nicht-öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung verbannt. Grüne kritisieren fehlende Transparenz.

Johannes Tichy: »Ausschluss der Öffentlichkeit für die Grünen befremdlich.« Foto: Dostal & Martinez  |  NOEN, Dostal & Martinez/Die Grünen
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Kritik an der Vorgangsweise Bürgermeister Karl Braunsteiners und seiner Gemeinderatskollegen übt der Grüne Johannes Tichy. Er vermisst in der Gemeindearbeit Transparenz.

„Die Grünen Japons stehen einer Erneuerung des Windparks grundsätzlich positiv gegenüber. Transparenz und eine offene Diskussion zu diesem sensiblen Thema haltenn wir jedoch für unumgänglich“, meint Johannes Tichy in einer Aussendung.

Der Aktivist, der den Einzug in den Gemeinderat im Jänner um eine Stimme verpasst hatte, ist aufmerksamer Gast aller Sitzungen. Bei der jüngsten wurde er des Saales verwiesen.

Weniger, dafür höhere Windkraftanlagen

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Worum ging es? Der seit 2005 bestehende Windpark auf dem Gebiet der Gemeinden Irnfritz-Messern und Japons, der aus sieben Windrädern der EVN und einem privaten besteht, soll ein „Repowering“ (siehe Grafik links) erfahren.

Künftig werden dort statt der sieben EVN-Anlagen mit einer Turmhöhe von 100 Metern nur mehr vier stehen, dafür mit einer Nabenhöhe von 140 Metern. Eines würde auf Irnfritzer Gebiet zu stehen kommen, die anderen drei in Japons.

Nach einer diesbezüglich (öffentlichen) Erläuterung des EVN-Vertreters Richard Schedl wurde die Debatte über die Angelegenheit in den nicht-öffentlichen Teil der Sitzung verbannt. Für Tichy ist das „befremdlich“.

„Man will da ja frei reden können“

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Die NÖN fragte bei Bürgermeister Karl Braunsteiner (seine ÖVP hat 13 der 15 Mandate, je eines halten die SPÖ und Othmar Starks Liste Pro Japons) nach, warum man die Wind-Frage „geheim“ debattiert habe.

„Wir wollten einmal intern reden. Wenn es Verhandlungen gibt, dann kommen die eh in einer öffentlichen Sitzung zur Sprache“, stellte der Gemeinde-Chef klar. „Man will da ja frei reden können und nicht immer wen im Genick sitzen haben.“

Schließlich sei die Präsentation der EVN-Vorhaben ja ohnehin im öffentlichen Teil erfolgt.

Ersatzteile fast nicht mehr zu bekommen

Stefan Zach, Pressesprecher der EVN, klärt auf: „Es geht nur um eine Neuerrichtung von Windkraftanlagen an einem bestehenden Standort.“ Was mit der einen privaten Anlage geschehe, sei ihm unbekannt. Die sieben Windräder mit einer Leistung von jeweils zwei Megawatt (Summe: 14 MW) würden durch vier große zu je 3,3 MW (Summe: 13,2 MW) ersetzt.

Der Grund für den geplanten raschen Austausch sei „die spezielle Art von Windrädern, die im Bezirk Horn stehen, die erhebliche technische Probleme mit sich bringen“. Nun mache die Herstellerfirma für die zehn Jahre alten Anlagen kein Service mehr, Ersatzteile seien ebenfalls fast nicht mehr zu bekommen. „Die Räder waren vor zehn Jahren leider nicht die beste Wahl, wie man heute weiß.“

Zeitlich sei man aber nicht unter Druck. „Es gibt keinen aktuellen Handlungsbedarf.“ Die EVN wolle lediglich jetzt mit der Planung beginnen, um die neuen Anlagen dann bis spätestens 2020 aufstellen zu können.



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