Erstellt am 21. Oktober 2014, 11:55

von Martin Kalchhauser

Sigmundsherberg: Hält „Wind-Friede“?. War die Einigkeit der beiden Fraktionen in der Wind-Frage ein gutes Omen für 2015? Beobachter sind skeptisch.

Rare Einmütigkeit zwischen Schwarz und Rot: Beim Thema Windpark Sigmundsherberg waren sich SPÖ-Chef Gerhard Treiber (links) und ÖVP-Bürgermeister Franz Göd - im Bild bei der Stimmabgabe bei der Volksbefragung - einig.  |  NOEN, Martin Kalchhauser
Harte Bandagen verpassen einander die regierende ÖVP (12 Mandate) und die SPÖ-Opposition (7 Sitze) immer wieder im Gemeinderat. Bei der Windpark-Frage trat man einig für ein „Ja“ bei der Volksbefragung auf. War das vielleicht ein gutes Omen für den Wahlgang am 25. Jänner 2015?

Göd: „Richtiges, wichtiges Signal“

„Eine Gemeinderatswahl muss man wieder anders sehen“, meint Bürgermeister Franz Göd. „Aber ich bin froh, dass es bei einem für die Gemeinde so wichtigen Projekt gelungen ist, im Gemeinderat Einstimmigkeit zu erreichen.“ Göd hält es für ein „richtiges, wichtiges Signal“, dass die Fraktionen parteipolitische Überlegungen hintangestellt haben.

„Es wird auf den Themenschwerpunkt ankommen“, meint auch Oppositionschef Gerhard Treiber, dass man nicht von der aktuellen Volksbefragung 1:1 auf die Wahl 2015 schließen könne. Er freut sich aber über den Gleichschritt in Sachen Windenergie.

„Eine Fraktion alleine hätte das gegen den Willen der anderen sicher nicht durchgebracht“, erklärt Treiber. „Man sieht, dass man bei wichtigen Projekten an einem Strang ziehen kann.“ Als Omen für den Gemeinderatswahlkampf lässt das der SPÖ-Mann nicht gelten. „Aber es war eine gute gemeinsame Arbeit – und die könnte sich auch bei anderen Fragen fortsetzen.“

Überlegungen über eine dritte Fraktion

Klare Mehrheiten gegen die Windräder in den am stärksten betroffenen Orten ließen Überlegungen anklingen, ob in der Marktgemeinde nicht auch eine dritte Fraktion gute Chancen finden könnte.

„Dass sich aus dem Kreis der Windenergiegegner auch Kandidaten für die Wahl herauskristallisieren könnten, ist nicht ausgeschlossen. Es gibt viele Unzufriedene“, ist aus dem Kreis der Bürgerinitiative zu hören.

Einer, der als möglicher Kandidat gehandelt wurde, hat aber noch am Abend der Befragung abgewinkt: Unternehmer Benedikt Wurth aus Therasburg steht nach eigenen Angaben nicht zur Verfügung.