Erstellt am 23. Oktober 2015, 05:47

von Robert Schmutz

Geras klingt: Musik mit Kontrasten. Simon Reitmaier bot im Marmorsaal des Stiftes Geras facettenreiches Programm bei „Rendezvous mit Fräulein Klarinette“.

Altabt Joachim Angerer (links) und Abt Michael Prohazka (rechts) hießen bei einem feinen Konzert mit einer Uraufführung Bernhard Gittler, Kanako Yoshikane, Alfred Melichar und Simon Reitmaier (v.l.) willkommen. Foto: Robert Schmutz  |  NOEN, Robert Schmutz

Gegensätzliche Musikrichtungen prägten das „Geras-klingt“-Konzert unter dem Motto „Rendezvous mit Fräulein Klarinette“ im Marmorsaal des Stiftes. Diese Wortwahl geht auf Johannes Brahms zurück, der seinen Freund Richard Mühlfeld „Fräulein Klarinette“ nannte.

Eingangswerk sprudelte fröhlich vor sich hin

Das bezaubernde Klarinettenspiel Mühlfelds inspirierte Brahms zu herausragenden Werken. Simon Reitmaier, Soloklarinettist bei den Duisburger Philharmonikern und dem Radiosymphonieorchester Wien, hatte als besagtes Fräulein Klarinette bei Brahms „Trio a-Moll für Klarinette, Violoncello und Klavier op.114“ mit Bernhard Gittler (Mitglied der Wiener Philharmoniker) und Kanako Yoshikane am Klavier ein Rendezvous.

Während Brahms Klarinettenstücke bedingt durch die Moll-Tonarten eher die melancholische Herbststimmung einfingen, war das Eingangswerk des Komponisten Ludwig van Beethoven, das „Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 11“ fröhlich und locker vor sich hin sprudelnd. Besonders der zweite Satz (Allegro con brio) bezauberte sehr und schloss als Zugabe den Abend.

Auftragswerk feierte seine Uraufführung

Einen bewusst gesetzten Kontrast bildete eine Uraufführung nach der Pause. Die 1947 in Japan geborene Komponistin Mayako Kubo weilte heuer im heißen Sommer in Geras und komponierte hier das Auftragswerk „Geras-Variationen für Akkordeon und Klarinette“.

Die Buchstaben des Ortsnamens G-E-R-A-S verwendete sie – erweitert zu G-E-R-Ä-U-S-C-H – als kompositorisches Material.

Luftgeräusche des Akkordeons, Zischgeräusche der Klarinette, Klatschen oder Stampfen, das Wechseln der Akkorde zwischen Dur und Moll, der Einbau von Dissonanzen zeugten von beachtlicher Vielfalt, hoben sich aber sehr kontrastreich vom übrigen Programm ab.

Das nächste Konzert der Reihe geht am Samstag, 14. 11., 19 Uhr, unter dem Titel „Es träumte mir …“ über die Bühne.