Erstellt am 31. März 2016, 04:44

von Martin Kalchhauser

Geschichte ergänzt. Justizminister Brandstetter brachte Botschafter nach Eggenburg. Namen der Militärkommandanten herausgefunden.

Johannes M. Tuzar, Direktor des Krahuletzmuseums, mit der Puppe mit der Uniform und der Waffe des russischen Soldaten, welche 1945 ein Geschenk eines russischen Offiziers an das Museum waren. Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser
Dank „ministerieller“ Hilfe und eines Kontaktes zur russischen Botschaft in Wien konnte die Nachkriegsgeschichte der Stadt Eggenburg vervollständigt werden. Die beiden Militärkommandanten, die ab Juli 1945 hier Dienst versahen, sind nun auch namentlich bekannt.

Russische Botschaft antwortete in Brief

Auf Initiative von Justizminister Wolfgang Brandstetter besuchte der russische Botschafter in Österreich, Sergej Netschajew, im Sommer 2015 das Krahuletzmuseum Eggenburg.

Ihm wurden auch die Uniform und die Maschinenpistole eines Soldaten der Roten Armee gezeigt, die dem Museum von einem sowjetischen Offizier 1945 geschenkt worden waren. Die Krahuletzgesellschaft bat den Botschafter, die Namen der Stadtkommandanten der Roten Armee in Eggenburg mit zeitlichen Daten zu übermitteln.

„In einem Brief hat uns nun die Botschaft der Russischen Föderation geantwortet“, freut sich Obmann Gerhard Dafert. „Das mit der Nachforschung beauftragte Zentralarchiv des russischen Verteidigungsministeriums gab zwei Militärkommandanten bekannt.“

Garde-Major Pjotr Konstantinowitsch Esmont, geboren 1922, wurde am 22. Juli 1945 zum Militärkommandanten der Stadt Eggenburg ernannt und am 3. Dezember 1945 abkommandiert.

Nachfolger Major Pawel Dmitriewitsch Basunow, geboren 1912, wurde am 2. März 1946 zum Militärkommandanten ernannt. Davor war er stellvertretender Kommandant der Stadt Wiener Neustadt. Nach der Auflösung der Kommandantur wurde er schließlich am 7. August 1946 entlassen.

Die militärischen Auszeichnungen und Dienstzeiten der Genannten wurden von der Botschaft ebenfalls angegeben.

Bemerkenswert, so Dafert anerkennend, ist die Leistung des Archivs des Verteidigungsministeriums: „Wenn Personalkarteien geordnet aufliegen ist das Abfragen einigermaßen leicht, wenn die Namen bekannt sind. Aber die waren ja – mit Ausnahme von Major Esmont – eben bisher gar nicht bekannt!“