Erstellt am 15. Januar 2016, 05:08

von Eduard Reininger und Thomas Weikertschläger

Glockenstuhl-Umbau bringt neue Töne für Stiftskirche. Neben der Renovierung der Allerheiligenglocke und der Elektrifizierung der Barbaraglocke werden zwei neue Glocken in Stift Altenburg eingebaut.

Gelungen! Gregor Netzthaler war für den sicheren Abbau der mehr als eine halbe Tonne schweren Allerheiligenglocke des Stiftes verantwortlich.  |  NOEN, Eduard Reininger
Nach über 180 Jahren im Dienst wird derzeit eine der fünf Glocken der Stiftskirche restauriert. Die Allerheiligenglocke, die 1690 in Krems gegossen wurde, befindet sich dazu derzeit in einer Spezialwerkstatt in Deutschland. Beim Brand der Kirche 1820 fiel die Glocke vom Turm und verlor dabei die Glockenkrone.

Nach dem Wiederaufbau der Kirche 1833 wurde die nur notdürftig „renovierte“ Glocke wieder ins Geläut des Stiftes gehoben, „wo sie nun über 180 Jahre zum Gebet und zur Heiligen Messe läutete“, meinte Abt Thomas Renner. Bevor die Glocke nach Deutschland gebracht wurde, wurde das 650 kg schwere Exemplar in einer spektakulären Aktion mithilfe eines Lastenaufzuges vom Turm der Stiftskirche geholt.

Gesamtkosten für Umbau: 180.000 Euro

Für die Restaurierung der Glocke sind laut Abt Renner 12.000 Euro vorgesehen. Die Glocke erhält eine neue Krone, etwaige Risse werden geschweißt und es wird – wenn erforderlich – der sogenannte „Schlagring“ neu aufgetragen.

Mit der Rückkehr der Glocke nach Altenburg wird im Mai gerechnet. „Wir gehen davon aus, dass es zu Christi Himmelfahrt, am 5. Mai soweit ist“, so Renner. Bis dahin läuten die drei verbliebenen Glocken im Turm. Abt Renner: „Durch die großzügige Unterstützung einer privaten Stiftung können zwei neue große Glocken in Deutschland angekauft werden. Der Glockenstuhl wird auf drei Etagen umgebaut und wird nach den Umbauarbeiten eine Höhe von neun Metern haben.“

Die Stiftskirche wird danach sieben Glocken haben, die vom tiefen Grundton bis zum hellen Glockenton das gesamte Spektrum abdecken. Denn auch die neu elektrifizierte Totenglocke der Heiligen Barbara (

) wird künftig wieder vom Altenburger Kirchturm läuten.

Insgesamt beziffert Abt Renner die Kosten für den Umbau des Glockenstuhls mit 180.000 Euro. Die neue Läuteordnung, die durch die größere Anzahl an Glocken möglich sein wird, wird derzeit ausgearbeitet und nach der Glockenweihe bekannt gegeben.

Für die Finanzierung der Elektrifizierung der Barbara-Glocke (insgesamt 4.400 Euro) konnte bereits mehr als die Hälfte des Betrages durch Spenden aus der Pfarre aufgebracht werden. Wer noch seinen Beitrag zur Renovierung der Glocke leisten will, für den steht in der Stiftskirche der Opferstock bereit.

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