Erstellt am 24. Dezember 2015, 11:53

von Martin Kalchhauser

Gratis-Shuttle wird gut angenommen. Nach Aus für Bahnstation | VOR bietet Zubringer nach Limberg. Erfreuliche Nachfrage für Sammeltaxi. STRANING-GRAFENBERG | Zwei Tage lang wehte bei Fahrplanwechsel eine schwarze Fahne neben dem Haltestellengebäude der Bahn in Straning.

Die mit der schwarzen Fahne zum Ausdruck gebrachte Trauer um die Haltestelle Straning, die nun aufgelassen wurde, ist in der Gemeinde der Überraschung über die gute Annahme des Shuttle-Angebots gewichen. Foto: privat  |  NOEN, privat
Zwei Tage lang wehte bei Fahrplanwechsel eine schwarze Fahne neben dem Haltestellengebäude der Bahn in Straning. Grund: Seit dem 13 Dezember bleibt hier kein Zug mehr stehen.

370 machten sich für einen Weiterbestand stark

145 Jahre lang war die Gemeinde durch die Haltestelle an die Franz-Josefs-Bahn angebunden und hatte damit eine gute Wien-Verbindung. Zuletzt nützten nur mehr wenige, vor allem Pensionisten ohne eigenes Auto, die Bahn für ihre Besorgungen in Eggenburg.

Als bekannt wurde, dass beabsichtigt war, die Haltestelle auszulassen, wurde eine Unterschriftenliste aufgelegt, auf der sich knapp 370 Gemeindebürger für einen Weiterbestand stark machten. „Aber es gab keine Chance für die Haltestelle“, muss Bürgermeister Albert Holluger der Realität ins Auge blicken.



Als Ersatz für den Anschluss gibt es aber einen Zubringer-Dienst von Straning nach Limberg (Maissau), von wo viele Pendler täglich nach Wien fahren.

Dreimal pro Woche fährt in der Früh und einmal am Nachmittag ein Bus der Firma Schmidatal-Reisen von Straning (die Haltestelle befindet sich direkt beim Gemeindeamt) zum Bahnhof Limberg, drei Kurse gibt es am späten Nachmittag bzw. frühen Abend in die Gegenrichtung.

Wer sich rechtzeitig (am Vortag) unter der kostenlosen Telefonnummer 0810/ 810278 anmeldet, wird so unentgeltlich (!) zu seinem Zug zum Bahnhof und nach der Rückkunft auch wieder nach Hause chauffiert. Erfolgt keine einzige Anmeldung, dann fährt auch kein Bus.

Steigendes Interesse an neuem Angebot

„Das Angebot wird erfreulich gut angenommen“, zieht Schmidatal-Reisen-Chef Erwin Schober Bilanz über die erste Woche. „Wir sind von den sieben täglichen Kursen nur einmal einen einzigen nicht gefahren.“ Jeweils drei oder vier Personen sitzen dabei im Kleinbus Schobers.

Dass das Interesse bzw. die Nachfrage rasch abnehmen könnte, glaubt Schober nicht. Er sieht sogar einen gegenteiligen Trend. „Das Ganze bekommt gerade eine gewisse Eigendynamik. Ich habe schon mehrere Leute gehört, die gemeint haben, dass sie jetzt auch das Auto stehen lassen und mit uns fahren werden.“

So gesehen könnte die Sperre der Haltestelle der Bahn sogar bewirken, dass einige Pendler mehr als früher ganz auf ihr Auto verzichten (können). Schober: „Der erste Eindruck ist sehr positiv!“