Erstellt am 17. Februar 2016, 05:44

von Thomas Weikertschläger

Grippe: Was tun?. Auch wenn in vielen Praxen des Bezirks Zahl der Patienten schon hoch ist, rechnen Ärzte erst mit Grippe-Höhepunkt.

Richtig hohes Fieber ist ein Anzeichen für »echte Grippe«. Bettruhe ist aber auch bei grippalen Infekten wichtig. Foto: Shutterstock.com/Voyagerix  |  NOEN, Shutterstock.com/Voyagerix

Mit stundenlangen Wartezeiten in Ordinationen und Ambulanzen, wie sie in den letzten Wochen wegen der Grippewelle aus Wien gemeldet werden, kann der Bezirk Horn nicht aufwarten. Dennoch machen Grippe-Viren und grippale Infekte vor unserer Region nicht halt.

Die von der NÖGKK veröffentlichten Krankenstandszahlen für die Bezirke Horn und Hollabrunn (116) liegen aber laut NÖGKK-Servicecenter-Leiter Franz Vögerl unter dem Wert des Vorjahres, von Panikmache hält Vögerl daher nichts.

„Bei Fieber ist Krankenstand notwendig!“

In den Arztpraxen des Bezirks ist der Zustrom an Grippe-Patienten unterschiedlich groß. Während man in der Ordination von Bettina Brtna in Pernegg erst in zwei bis drei Wochen mit vielen Grippe-Patienten rechnet, ist bei Erich Weghofer in Mold seit der Vorwoche ein klares Plus bemerkbar.

Weghofer gibt auch die klare Empfehlung, die Grippe nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Man sollte sich unbedingt ein paar Tage auskurieren. Bei Fieber ist Krankenstand notwendig“, so Weghofer, der bei manchen Patienten merkt, dass aus Angst um den Arbeitsplatz Bedenken gegen den Krankenstand da seien.

Ähnlich wie Brtna sieht Amtsarzt Raphael Reiberger den Höhepunkt der Grippewelle noch nicht gekommen. Sich gegen die Grippe impfen zu lassen, sei daher noch nicht zu spät: „Besonders Personen mit Immunschwächen ist die Impfung auch jetzt noch zu empfehlen.“

Weghofer ergänzt: „Die eigentliche Zeit für eine Grippeimpfung sind aber die Monate Oktober und November.“ Dadurch habe der Körper die notwendige Zeit, sein Immunsystem gegen den Grippe-Virus zu wappnen.

Schulen unterschiedlich stark betroffen

Besonders für Kinder gibt es bezüglich nächster Grippesaison eine gute Nachricht, wie der Horner Kinderarzt Heinz Eggenbauer meint. Dann steht ein Vierfach-Impfstoff (im Unterschied zu den üblichen Dreifach-Impfstoffen wirkt dieser gegen je zwei Influenza-A- und Influenza-B-Viren) zur Verfügung, der per Nasenspray verabreicht werden kann.

Allerdings will er bei Kindern keine generelle Impfempfehlung abgeben: „Ein gesundes Kind steckt eine Grippe locker weg. Eine Impfung ist nicht sinnvoll, weil es erst sein Immunsystem entwickeln muss.“ Bei chronisch kranken Kindern helfe hingegen eine Impfung, Komplikationen wie Lungenentzündungen zu vermeiden.

Unterschiedlich schlägt sich die Grippewelle in den Schulen des Bezirks nieder. Während etwa die Volksschule Weitersfeld laut Direktorin Andrea Dittrich „derzeit lauter gesunde Kinder“ hat, wurden in der Neuen Mittelschule Gars viele Krankmeldungen von Schülern und auch aus dem Kollegium verzeichnet, so Direktor Wolfgang Welser.

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Was rät die NÖGKK im Falle eines Krankenstandes?

  • Umgehende Meldung an den Dienstgeber.

  • Arzt stellt die Arbeitsunfähigkeit fest und meldet dies der NÖGKK.

  • Medizinische Anordnungen (Bettruhe, Ausgehzeiten) sind einzuhalten.

  • Änderungen des Aufenthaltsortes müssen der Krankenkasse gemeldet werden. Liegt dieser außerhalb NÖs, ist die Zustimmung der Kasse einzuholen.

  • Gesundmeldung durch den Arzt – oder selbst über www.noegkk . at/gesundmeldung.

  • Der Dienstgeber erhält die ärztliche Bescheinigung über die Dauer der Arbeitsunfähigkeit infolge der Erkrankung (ohne Angabe der Krankenstands-Diagnose).

Echte Grippe (Influenza): Wird durch Viren ausgelöst, führt in den Wintermonaten häufig zu einer Epidemie und ist eine schwere Erkrankung – mit etwa 1.000 Todesfällen pro Jahr. Charakteristisch ist der sehr abrupte Beginn der Symptome (hohes Fieber, Muskelschmerz, Kopfschmerz, Halsschmerzen und oft schmerzhafter Husten). Grippe kann auch in Verbindung mit starkem Schnupfen oder mit Diarrhoe (Durchfall), Übelkeit und Erbrechen vorkommen.

Erkältung (grippaler Infekt): Eine Erkältung kündigt sich meist durch beginnendes Frösteln, Krankheitsgefühl und eine laufende Nase an, gefolgt von geröteten Augen, Halsschmerzen, Husten und eventuell Kopf- und Gliederschmerzen. Erhöhte Temperatur oder Fieber kann auftreten, ist aber nicht immer vorhanden.