Erstellt am 06. Mai 2016, 17:28

von Martin Kalchhauser

Grenzen finden – und überwinden!. Horner Gymnasium setzte Thema „Grenzgänger“ in allen Unterrichtsfächern um. Bunter Abend regte zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln an.

 |  NOEN, Martin Kalchhauser

In allen Unterrichtsfächern wurde im Horner Gymnasium in den vergangenen Wochen das Thema „Grenzgänger“ behandelt. Beim Abend unter dem gleichen Titel in der Schule nahmen mehrere hundert Personen – vor allem Schüler und Eltern – Direktor Michael Ableidingers Einladung an: „Lassen Sie sich ein auf die Inhalte und versuchen Sie zu ergründen, was sich die Schülerinnen und Schüler dabei gedacht haben!“

Kulinarisches Angebot überwand Grenzen

Neben einer Reihe von Darbietungen musikalischer Art erwarteten die Gäste des Hauses Ausstellungen, Installationen und ein Buffet, das sich dank arabischer Spezialitäten und heimischer Köstlichkeiten ebenfalls „grenzenlos“ darbot. Den zahlreichen Lehrern, die sich in das Projekt eingebracht hatten, dankten die Moderatoren Christiane Resch-Raab und Christian Jordan ebenso wie den Eltern, die nicht nur „hinter den Kulissen“ unterstützt hatten. Beim tiefsinnigen Lied „Es ist normal, verschieden zu sein“ unterstützten sie Eltern der Kinder der 1b-Klasse – zur Überraschung der Kleinen! – ihren Nachwuchs stimmkräftig.

Wunsch des Präsidenten: „Mehr Freiräume!“

Natürlich spielte auch das Thema Flüchtlinge in diesem Projekt eine Rolle. Direktor Ableidinger erinnerte daran, dass aktuell zwölf Jugendliche aus Kriegsgebeten in der Schola Hornana unterrichtet werden. Nach dem Motto „Du bist uns wichtig“ des Schuljahres 2014/15 gelte heuer „Wir wollen lernen!“. Auch das Lernen sei oftmals das Überwinden von Grenzen. Landesschulratspräsident Johann Heuras konstatierte, dass es in der Schule viele Grenzen gebe. „Ich hätte hier gerne mehr Freiräume“, meinte er und stellte fest, dass man „den Umgang mit Grenzen in derSchule lernen kann“. Heuras, der zum Projekt („Eine tolle G’schicht‘!“) gratulierte, meinte, es gehe immer auch darum, „Grenzen zu setzen und zu akzeptieren, aber auch an Grenzen zu gehen und sie zu überwinden“.

Sprache, Mentalitäten und Kulturen kennenlernen

Als Vertreterin der Partnerschule in Topolcany (Slowakei) kam deren Direktorin Ingrid Paulovicová zu Wort. „Unsere Schüler haben durch die Kontakte zu Horn die Gelegenheit, nicht nur die deutsche Sprache zu erlernen. Uns ist auch der Aspekt, mit Mentalität und Kultur eines anderen Landes in Verbindung zu kommen, wichtig.“ Aus dem tschechischen Partner-Gymnasium Znojmo (Znaim) ergriffen drei Schüler – Eliška

Janecková, Martina Mang und Václav Kuchar – das Wort. Selbstkritisch äußerten sie sich zu den vielen Vorurteilen ihrer Landleute gegenüber Fremden. „Ich liebe mein Land Tschechien“, meinte etwa Janecková. „Aber viele Sachen gefallen mir nicht, etwa die Vorurteile gegenüber Ausländern.“ Kuchar betonte, dass vor allem viele junge Leute in seinem Land „die Fremdenfeindlichkeit verabscheuen“.

Sportlerin Claudia Lösch als großes Vorbild

An die Appelle der Jugendlichen schloss Bürgermeister Jürgen Maier an – mit seinem Appell, „den Weg der Mitte“ zu gehen. Österreich solle den Weg der EU begleiten und moderieren. „Es gibt 28 Identitäten die es zu wahren gilt“, aber das aktuelle Überhandnehmen nationalstaatlicher Interessen sei abzulehnen. In ihrem Leben oft an ihre Grenzen gegangen ist Claudia Lösch. Die erfolgreiche Behindertensportlerin, Absolventin des Horner Gymnasiums, gab den Jugendlichen den Tipp, sich etwas zu suchen, wo sie besonders talentiert seien – und dann daran zu arbeiten. Ebenfalls viele Grenzen überwand Ex-Gymnasiastin Conny Starek, die ein freiwilliges Jahr in Honduras verbrachte. Was hat sie daraus gelernt? „Ich habe einen anderen Blickwinkel bekommen – und weiß, dass man mit viel weniger als wir haben, zufrieden sein kann.“

Musik verbindet Menschen weltweit

Neben einem Video einer Oberstufenklasse über die Entwicklung der Grenzen in Europa und dem Auftritt des „grenzenlosen Percussionisten“ Gerhard Reiter mit seiner Band (und später auch mit Schülern des Hauses) gab es einen musikalischen Beiträge von sechs Flüchtlingen aus dem Haus Said in Eggenburg. Sie sangen ein Heimatlied aus Afghanistan. Temporeich wurde es auf der Bühne, als die Gruppe IYASA aus Simbabwe mit Gesängen und Tänzen in ihren Bann zog. Stephan Werner von szene bunte wähne hatte die Afrikaner zum Fest mitgebracht und machte damit auch Werbung für das in Kürze beginnende Festival.

Begeisterung kannte keine Grenzen

Nach der Stärkung zum von den Eltern der 1b-Klasse gestalteten Buffet ging es mit einer Modeschau mit Recycling-Materialien (Motto „Nahtlos“) und einem Konzert der Band Gerhard Reiters mit Schülern des Horner Gymnasiums weiter. Am Ende war auch die Begeisterung grenzenlos …