Erstellt am 12. Oktober 2015, 10:34

Kochen überwand Sprachbarrieren. szene bunte wähne initiierte das gemeinsame Kochen in Küche des Hauses Helina.

Gemeinsam im Haus Helina am Herd: Bewohner Amin Ali, Koch Laud Ray-Penndy, szene bunte wähne-Leiter Stephan Werner, Kollegin Christine Lindauer, Bewohner Magd Ashmawi, Schauspielerin Viviane Podlich sowie Bewohner Mohammed Ashmawi (von links).  |  NOEN, Eduard Reininger

Seit 25 Jahren ist es Ziel des Theaterfestivals szene bunte wähne, Impulse von Kulturen aus der ganzen Welt ins Waldviertel zu bringen. Diesmal hatte man diese Vielfalt gewissermaßen „vor der Haustür“ – dank der 110 Bewohner des Hauses Helina.

Nach dem Begegnungsfest im August im Stadtpark (die NÖN berichtete) gab es im September Workshops mit den Flüchtlingen. Danach entstand der Plan, gemeinsam für die Künstler, Techniker und das sbw-Team im Haus Helina zu kochen. Dazu kam der junge Profikoch Laud Ray-Penndy – er ist in Ghana gebürtig und arbeitet in Wien – für mehrere Wochen nach Horn.

Die Verständigung über alle Sprachbarrieren hinweg klappte hervorragend, im Zuge des anfangs oft turbulenten Projekts wurden Rezepte ausgetauscht, und Freundschaften entstanden. So wird die Schauspielerin Viviane Podlich nach Horn zurückkehre, um hier zu kochen, zu spielen und die Puppen wie ihren „Herrn Galaupe“, zum Leben erwecken.

Wissbegierig auf österreichische Rezepte

„Fremde sind gute Freunde, von denen man nur noch nichts weiß. Es war wie eine positive Explosion“, meint der von allen nur „Ray“ genannte Ray-Penndy über das Experiment in Horn. „Am liebsten hätten die meisten der Flüchtlinge nie pausiert. Während des Kochens wurde immer gesungen oder Musik gehört.“ Da erklangen arabische Lieder ebenso wie Hits von Celine Dion und viele „Schnulzen“.

Wissbegierig zeigten sich die Küchenhelfer (unter den Flüchtlingen sind auch einige gelernte Köche!) in Bezug auf österreichische Rezepte. Parallel dazu ging das Interesse vieler, möglichst schnell möglichst viel über Österreich zu erfahren. Ray-Penndys erfreuliche Bilanz: „Nichts verbindet so sehr wie das Kochen!“