Erstellt am 25. August 2015, 10:00

von Thomas Weikertschläger

Windpark-Gegner erhöhen den Druck. Neue Plattform zeigte Kritikpunkte an den Anlagen auf und übergab Erklärung an Landeshauptmann.

Im Rahmen der Veranstaltung „Waldviertel pur“ übergaben die Vertreter der Plattform gegen Windkraftwerke im Waldviertel vor laufenden Fernseh-Kameras eine Erklärung an Landeshauptmann Erwin Pröll und Landesrat Stephan Pernkopf (von links). Auch einige Prominente haben diese Erklärung unterzeichnet. Foto: Barbara Krobath  |  NOEN, Barbara Krobath

Sie seien nicht rentabel genug, hätten negative Auswirkungen auf die Umwelt und würden sich negativ auf den sozialen Frieden auswirken – diese Kritikpunkte an geplanten Windkraftwerken wurden im Rahmen einer Pressekonferenz am 24. August im Café Griensteidl in Wien geäußert.



Dazu hatten zwölf Bürgerinitiativen aus dem Waldviertel geladen, die sich zu einer Plattform zusammengeschlossen haben, um gegen die Errichtung von Windkraftwerken mobil zu machen. Im Bezirk Horn sind die Projekte in Sigmundsherberg, Kleinmeiseldorf und Brunn nach wie vor im Planungsstadium.

Die Rentabilität der Kraftwerke wurde von Michael Moser (IG Waldviertel) infrage gestellt: „Das Waldviertel ist eine Schwachwindregion, die Energieausbeute wesentlich geringer als im Osten des Landes.“

Zudem sei das Ziel des Energiefahrplans des Landes, im Jahr 2015 seinen gesamten Strombedarf aus erneuerbaren Energien zu decken, bereits erreicht. Weitere Windräder würden einen Überschuss erzeugen, der zu geringen Preisen exportiert werde: „Warum muss dafür das Waldviertel zerstört werden?“

„Aus Befürwortern werden Gegner“

Zur ökologischen Frage rund um Windkraftwerke kritisierte der Ökologe Wolfgang Lechthaler (BI Windparkfrei, Bezirk Horn) die „mangelhaften Gutachten“ der Windparkbetreiber: „Die betroffenen Wälder liegen auf Wildtierkorridoren für Elch, Luchs und Wildkatze. Sie sind Lebensraum für zahlreiche streng geschützte Vogel- und Fledermausarten.“

Skandalös sei, dass die potenziellen Betreiber Umweltprüfungen selbst durchführten, während Gutachten unabhängiger Experten zu völlig anderen Ergebnissen kämen. Das werde auch von Behörden nicht beachtet und sei eine „Verhöhnung eines modernen Natur- und Artenschutzes“.

Neben der Natur bleibe auch der soziale Frieden auf der Strecke, meinte Christoph Terrer (BI Sallingberg). Schon in der Planungsphase gehe ein Riss durch die Bevölkerung, der sich mit dem Bau der Kraftwerke vertiefe. Terrer: „Beispiele aus Deutschland zeigen, dass die Ablehnung eher zunimmt und aus ehemaligen Befürwortern vehemente Gegner werden.“

Die Bürgerinitiativen sind jedenfalls bereit weiterzukämpfen. „Wir werden alle demokratischen Mittel ausschöpfen, um die Zerstörung der Wohlfühlregion zu verhindern“, lautet der gemeinsame Tenor.

Nach der Pressekonferenz nutzten die Aktivisten die Veranstaltung „Waldviertel pur“ am Wiener Heldenplatz, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Dort übergaben sie eine gemeinsame Erklärung an Landeshauptmann Erwin Pröll.