Erstellt am 10. November 2015, 04:17

Drei auf einen Streich. HLW-Schüler lernten gesetzgebende, ausführende und richterliche Gewalt kennen.

In seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter hieß Bürgermeister Jürgen Maier Agnes Wagner (rechts) und ihre Schüler aus der 1. Klasse der HLW Horn im Landhausviertel St. Pölten willkommen. Foto: HLW Horn  |  NOEN, HLW Horn

Klassenvorständin Agnes Wagner hat sich für die ersten Jahrgänge der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe (HLW) etwas Besonderes für das Fach Geschichte und Politische Bildung einfallen lassen, um die drei Gewalten des Staates zu illustrieren.

Ochsenziemer in Händen gehalten

Bei einer Exkursion in die Landeshauptstadt St. Pölten war die erste Station die gesetzgebende Gewalt, der Landtag, wo der Horner Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Jürgen Maier kurz die Sitzungen verließ, um die Schüler mit den Begleitlehrerinnen Agnes Wager, Elisabeth Apfelthaler und Elisabeth Riederer zu begrüßen.

Nach einem kurzen Erklärungsfilm wurden im Landtagssitzungssaal Sitzordnung und Funktion des Landtags beschrieben und erläutert, wie Landesgesetze zustande kommen.

Die nächste Staatsgewalt war die ausführende Gewalt, repräsentiert von Bundeskanzler Leopold Figl, dem anlässlich seines 50. Todestages eine Ausstellung im Landesmuseum gewidmet war. Beeindruckend war es, den Ochsenziemer in Händen zu halten, mit dem der für seinen Ausspruch „Österreich ist frei“ bekannte Politiker im Konzentrationslager Dachau 25 Mal gezüchtigt wurde.

Gerichtsverhandlung nachgestellt

Das Highlight war sicher der Besuch beim erst am 1. Jänner 2014 eingerichteten Landesverwaltungsgericht Niederösterreich, das für die richterliche Gewalt steht. Vizepräsident Markus Grubner begrüßte die Gruppe im großen Verhandlungssaal, nachdem alle die Sicherheitsschleuse passiert hatten.

Nach einer allgemeinen Einführung in die Arbeitsweise von Gerichten stellte einer der 52 Richter, Bernhard Kühnel aus Rosenburg, eine Gerichtsverhandlung nach. Celine, die als Rechtsanwältin neben dem Beschwerdeführer saß, meinte: „Das war ein tolles Gefühl!“

Katharina als Zeugin fühlte sich nicht sehr wohl auf ihrem exponierten Platz gleich gegenüber dem Richter. Schlussendlich sprach Kühnel den Beschuldigten frei und entließ alle mit dem Urteil: Ihr seid sehr nette junge Leute!

Nach einem Mittagessen war der letzte Programmpunkt eine Altstadtführung durch die barocke Innenstadt. „Unsere Burschen fanden es witzig, sich um die Statuen der zankenden Weiber zu scharen“, lachte Wagner.