Erstellt am 25. November 2015, 11:58

von Thomas Weikertschläger

Horner Klasse für Flüchtlinge. Gemeinsam wird eine Klasse für 15 Jugendliche gebildet. Deutsch-Unterricht steht im Vordergrund.

Johann Fenz (links), künftig Klassenvorstand der »Flüchtlingsklasse«, HLW-Direktorin Judith Lienbacher (3.v.r.) und HAK-Direktor Peter Hofbauer (rechts) sind froh darüber, dass schon bisher die Integration von Schülern aus Flüchtlingsfamilien wie Omid Sharifi, Batoul Kollieh, Tarek Wis, Ahmad Alali, Mohamad Alhasan und Ismaeil Hassan (von links) in der HLW und der HAK Horn sehr gut funktioniert. Foto: Thomas Weikertschläger  |  NOEN, Thomas Weikertschläger
An insgesamt zwölf Standorten in Niederösterreich gibt es ab Ende November eigene Klassen für Flüchtlinge. Auch in Horn wird es ab dem 30. November so eine Klasse geben.

Unterrichts-Details sind noch unklar

Wie die Details des Unterrichts für diese Klasse aussehen, ist noch unklar – die beteiligten Schulen, die HAK und die HLW Horn, erfuhren erst am Mittwoch aus den Medien, dass dieses Projekt in Horn umgesetzt wird, und erarbeiten derzeit die Details.

„Das ist natürlich sehr kurzfristig, wir müssen das rasch organisieren und die Ressourcen abklären“, erklären HAK-Direktor Peter Hofbauer und HLW-Direktorin Judith Lienbacher.

„Das ist die einzige sinnvolle Möglichkeit, eine
größere Gruppe so unterrichten zu können, dass
davon auch alle profitieren.“
Johann Fenz

Geplant ist, eine Klasse für maximal 15 Jugendliche einzurichten. Vorrangiges Ziel sei es, den Jugendlichen zügig Deutsch beizubringen. Hofbauer: „Wir haben ja schon einige Flüchtlinge in der Schule und merken, dass sie rasch sprachliche Fortschritte erzielen. Die Sprache als wichtigstes Mittel zur Integration ist natürlich von besonders großer Bedeutung.“

Neben den zehn Deutsch-Stunden sollen auch Persönlichkeitsbildung und Politische Bildung am Programm stehen. Weiters soll aufgezeigt werden, welche beruflichen Möglichkeiten es in Österreich gibt, damit sich die Jugendlichen künftig am Arbeitsmarkt orientieren können. „Vielleicht können wir bei dem ein oder anderen auch die Lust am Besuch einer weiterführenden Schule wecken“, hofft Hofbauer. Und Lienbacher ergänzt: „Denn der Bildungshunger unter den jugendlichen Flüchtlingen ist groß.“

Hofbauer und Lienbacher bekräftigen, dass es sich bei der Klasse nicht um eine „Ghettoklasse“ handeln soll. Flüchtlinge in eigenen Klassen zu unterrichten, sei sinnvoll, weil man so den Unterricht besser auf ihre Bedürfnisse abstimmen könne. Als Klassenvorstand ist Johann Fenz vorgesehen, der meint: „Das ist die einzige sinnvolle Möglichkeit, eine größere Gruppe von rund 15 Personen so unterrichten zu können, dass sie davon auch alle profitieren.“