Erstellt am 31. März 2016, 05:04

von Martin Kalchhauser

Horner lernen Arabisch. Interessierte Horner nützen Angebot im Haus Helina. Integrationsoll keine „Einbahnstraße“ sein. Asylwerber fungiert als engagierter Lehrer.

Arabischkurs im Haus Helina in Horn: Lehrer Aziz Jebrail (Zweiter von links) mit einem Teil seiner Schüler: Pater Albert Groiß, Katalin Darthe, Margarete Brunner sowie Anna und Wolfgang Reindl (von links). Foto: Eduard Reininger  |  NOEN, Eduard Reininger

Es geht auch in die andere Richtung! Während die in Horn untergebrachten Asylwerber fleißig Deutsch lernen, erwerben einige interessierte Horner bei einem Kurs im Haus Helina Arabischkenntnisse.

Wunsch entstand, die Sprache der Flüchtlinge zu lernen

„Als vor etwas mehr als einem halben Jahr die ersten Flüchtlinge ins ,Haus Helina‘ Horn (HHH) kamen, war es den Helfern natürlich ein Anliegen, sich mit den Bewohnern unterhalten zu können“, erzählt Organisator Wolfgang Reindl. „Verständlicherweise war dies schwierig, da nur wenige Englisch sprachen.“

Spontan entstand daher der Wunsch, die Sprache der Flüchtlinge zu lernen, um die Kommunikation zu verbessern.

Die meisten der neuen Bewohner sprechen (oder verstehen) Arabisch. „Also begaben wir uns auf die Suche nach einem Arabischlehrer unter den Bewohnern“, so Reindl. Für den Unterricht stellte sich einer der Bewohner zur Verfügung.

Im Haus wurde auch ein EDV-Raum eingerichtet

Integration heißt für die Betreuer in Horn nicht nur, dass die Neuen schnell Deutsch lernen müssen. „Auch wir wollen uns bemühen, sie zu verstehen!“ Einige der „Schüler“ sind auch als „Deutschlehrer“ im Haus tätig und versuchen, unsere Sprache zu vermitteln.

Genau dieses gegenseitige Lernen führt rasch zu einem Miteinander. Reindl: „Dabei gibt es auch viel zu lachen, wie man sich leicht vorstellen kann.“ Da der erste Lehrer einen positiven Asylbescheid erhalten und das Haus bereits verlassen hat, fand sich in Aziz Jebrail ein neuer Lehrer.

Parallel zu diesen Bemühungen wurde im Haus ein EDV-Raum eingerichtet. Hier können Schulkinder ihre EDV-Hausaufgaben schreiben. Einer der Computer „spricht arabisch“. Über den Beamer kann ein Fahrschul-Vorbereitungs-Kurs abgehalten, es können Unterhaltungsfilme gezeigt und Deutschkurse visuell angeboten werden.

Reindls positive Bilanz: „Auch wenn nicht alle von uns ,Lehrer‘ sind, ist es durch den Einsatz moderner Methoden gelungen, dass sich die Schüler untereinander helfen können.“ Seit kurzem hat sich aus den Bewohnern heraus auch eine „Farsi“- Gruppe gebildet, die völlig eigenständig Deutsch lernt.