Erstellt am 14. April 2016, 05:14

von NÖN Redaktion

Horner Stadtmauer ist bald zur Gänze sichtbar. Stadtgemeinde Horn geht mit gutem Beispiel voran und befreit Mauer von Efeu, Private sollen dem Beispiel folgen.

Die Bauhofmitarbeiter Christian Patzl und Leopold Dworak (hinten, von links) konnten mithilfe eines Krans selbst an den höchsten Stellen die historische Stadtmauer vom Efeu, der schon gewaltige Stämme gebildet hat, befreien. Kulturgemeinderat Martin Seidl und der für die Landwirtschaft zuständige Stadtrat Josef Rieffer (vorne,von links) gaben den Auftrag für diese Arbeiten und hoffen auf Nachahmung von privaten Stadtmauernbesitzern. Foto. Rupert Kornell  |  NOEN, Rupert Kornell
Efeu und anderer wilder Bewuchs zerstören sukzessive das historische Mauerwerk an der Horner Stadtmauer. Durch die starke Verwurzelung könnte das unter Denkmal stehende Bauwerk wie ein Kartenhaus zusammenstürzen. Deshalb ist es eine dringende Notwendigkeit, sämtliche Bepflanzung von der Stadtmauer zu entfernen.

„Ganze Bäume wuchsen schon aus der Mauer“

„Die Verwurzelung des Efeus dringt in das Mauerwerk hinein, wächst darin weiter, und die starken Äste können bis zur Sprengung der Mauer führen“, schildert Kulturgemeinderat Martin Seidl die dramatische Lage.

Aus einer kleinen Pflanze am Fuße der Stadtmauer entstand im Lauf der Jahrzehnte ein riesiges Gewächs, das tief in das Innere der Mauer dringen konnte und von innen das Gestein auseinander drückt. Obwohl die begrünte Stadtmauer für den Betrachter durchaus ansehnlich wirkt, besteht Gefahr in Verzug.

„Die Einsturzgefahr ist einfach zu groß“, erklärt Josef Rieffer, der als Stadtrat für Landwirtschaft auch involviert ist. „Sogar ganze Bäume wuchsen schon aus der Mauer.“

„Befreiungsaktion“ wird 2017 fortgesetzt

Die fachkundlichen Bauhofmitarbeiter werden noch einige Zeit für die Entfernung der Äste und Efeubewuchse an der beinahe 600 Jahre alten Mauer benötigen. Dabei dürfen jedoch nur jene Teile der Mauer saniert werden, die im Besitz der Stadtgemeinde Horn stehen.

„Wir möchten damit ein Zeichen setzen und auch alle privaten Stadtmauernbesitzer dazu aufrufen, auf ihrem Teil den Bewuchs entfernen“, hofft Seidl auf viele Nachahmer, „denn nur so können wir garantieren, dass auch die nächsten Generationen den Zauber, den dieses historische Bauwerk ausstrahlt, genießen können.“

Für 2016 sind für dieses Vorhaben 5.000 Euro budgetiert. „Aber es ist schon jetzt absehbar, dass diese Summe aufgrund der umfangreichen Arbeiten nicht reichen wird“, weiß Seidl. „Im nächsten Jahr wird es sicher eine Fortsetzung geben.“