Erstellt am 15. Mai 2016, 05:04

von Martin Kalchhauser

„Horseman“ Wögerbauer: Pferde als „Energiespender“. Tierische Hilfe holt sich der Etzelsreither Stanislaus Wögerbauer bei seiner Beziehungsarbeit: „Die größten Lehrmeister meines Lebens waren und sind die Pferde.“

Hat seine Berufung als »Horseman« gefunden: Stanislaus Wögerbauer aus Etzelsreith mit seinem großen Stolz, der Morgan-Stute Heavenallee. Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser
Schon von klein auf war Stanislaus Wögerbauer auf Pferde fixiert. Ein Bild im Familienalbum zeigt den nun 24-Jährigen mit Windelhose bei einem der großen Tiere. Mittlerweile hat er seine Berufung als „Horseman“ gefunden.

Entscheidende Wendung kam mit 15

„Ich bin praktisch auf dem Pferderücken aufgewachsen“, lacht Wögerbauer. Wenn er als „Zuagroaster“ im kleinen Pernegger Dorf zu wenig Wertschätzung erfahren habe, seien ihm die Pferde wertvolle Ablenkung und Hilfe gewesen. Auch in der Schulzeit war das so. „Immer, wenn es mir schlecht gegangen ist, war ich bei den Pferden.“

Mit 15 kam dann eine entscheidende Wendung. Wögerbauer reiste mit Pferden durch Amerika. Dort traf er erstmals seine spätere Mentorin Nancy N. Savage, die er respektvoll als „Pferdegöttin“ bezeichnet. „You are a horseman!“, konstatierte sie kurz nach dem Kennenlernen des Europäers – und machte ihm ein sensationelles Angebot: „Wann immer du einen Job brauchst, melde dich bei mir!“

Fünf Jahre später spielte der Österreicher, der nach der Matura eine Theaterausbildung begonnen hatte, diesen „Joker“ aus. Er übersiedelte für sieben, später nochmals fünf Monate nach Malin im US-Bundesstaat Oregon, um bei Savage zu arbeiten. Seine Aufgabe: Showpferde ausbilden, Anreiten von Pferden und „Imprinting“ (Bodenarbeit mit jungen Pferden).

Ein besonderes Erlebnis war für den Österreicher in den USA, wie schwer autistische „Libellenkinder“ („Dragon Fly Kids“) auf Pferde abfuhren. „Wir haben Kinder zum Lachen gebracht und dazu, sich von uns angreifen zu lassen, die das sonst nie zugelassen haben“, so Wögerbauer. Auf den Dank der Eltern antwortete er damals: „Bedanken Sie sich bei den Pferden.“ Diese Tiere, so der Horseman, seien „ein Spiegel der menschlichen Seele“.

Wögerbauer: „Das Pferd ist der Coach!“

Längst hat Wögerbauer seine Berufung gefunden. „Ich trainiere nicht Pferde, sondern ich helfe Menschen, die Probleme haben, mit deren Hilfe.“ Die „Beziehungsarbeit“ mit Pferden, die er anbiete, sei „kein Coaching. Denn das Pferd ist der Coach!“ Bei Problemen im Leben könnten die Tiere den betroffenen Menschen helfen, „die Wahrnehmungsantennen neu zu justieren“.

Heute arbeitet Stanislaus Wögerbauer, der sich in Ausbildung zum Psychotherapeuten befindet und Outdoorpädagoge ist, mit Erwachsenen (vor allem Pernegger Fastenkurs-Teilnehmern), aber auch Kindern, denen er in Sommerlagern den Weg „zurück zur Natur“ zeigt.

Selbst nennt er vier Tiere sein Eigen. Besonderer Liebling ist Morgan-Horse-Stute Heavenallee. Die Pferde hätten eine feine Wahrnehmung „Sie haben eine riesige Intelligenz. Sie sind meine größten Lehrmeister.“