Erstellt am 10. März 2016, 04:59

von Thomas Weikertschläger

Hospiz im Stephansheim feiert Jubiläum. Das Stationäre Hospiz im Stephansheim Horn nahm im März 2006 seine Tätigkeit auf. Seither wurde knapp 400 Bewohnern wertvolle Zeit geschenkt.

Mit Gesprächen und Einfühlungsvermögen den Bewohnern (links: Walter Eilmsteiner) ein Lächeln auf die Lippen zaubern: Das gehört zur Aufgabe der 14 Mitarbeiter rund um Pauline Zimmel (rechts) im Stationären Hospiz im neuen Stephansheim in Horn. Foto: Thomas Weikertschläger  |  NOEN, Thomas Weikertschläger
Eine Institution, deren Wirkungsgebiet wohl eines der forderndsten überhaupt ist, feiert im März seinen 10. Geburtstag. Das Stationäre Hospiz im Stephansheim nahm am 1. März 2006 seine Tätigkeit auf und hat seither knapp 400 Patienten betreut.

Damals – noch am alten Standort am Stephansberg – legte man mit drei Betten los, mittlerweile hat man die Kapazität auf neun Betten erhöht. Damit ist man auch für die Zukunft gut gerüstet, wie Florian Pressl, Pflegeheim-Geschäftsführer des Hauses der Barmherzigkeit, meint.

„Wir leben sehr intensiv mit den Bewohnern
zusammen und versuchen, ihnen ihre
Wünsche zu erfüllen.“
Pauline Zimmel, Leiterin
Stationäres Hospiz

Mehr als die Anzahl der Betten sei dafür aber die Qualität der Arbeit des Teams, das derzeit 14 Mitarbeiter zählt, rund um Pauline Zimmel verantwortlich. Pressl: „Dieses Team leistet einen sensationellen Job in einem sehr schwierigen Aufgabengebiet. Darauf sind wir sehr stolz.“

Nach dem Neubau des Heims gilt das Hospiz als modernstes in ganz Österreich und ist österreichweit das erste, das nach dem Hausgemeinschafts-Modell organisiert ist.

Seine Aufgabe sei es, dem Team ideale Rahmenbedingungen zur Verfügung zu stellen, denn die Qualität der Arbeit stehe und falle mit dem Engagement des Teams, meint Pressl. Und dieses Engagement ist sehr hoch, wie Zimmel meint: „Wir leben sehr intensiv mit den Bewohnern zusammen und versuchen, ihnen ihre Wünsche zu erfüllen.“

Sinn der Arbeit sei es, den Bewohnern wertvolle Tage, Wochen und Monate zu ermöglichen. Ein Hauptteil der Arbeit bestehe daher im Führen von Gesprächen – sowohl mit den Bewohnern als auch mit deren Angehörigen. Einerseits gelte es, die Angehörigen, die oft zum ersten Mal mit dem nahenden Tod eines Angehörigen konfrontiert sind, zu unterstützen, andererseits sind Gespräche über den Lebenslauf des Bewohners wichtig, um diesen dann optimal betreuen zu können.

„Kommen Bewohnern menschlich sehr nah“

Eintönig wird es für die Mitarbeiter daher nie, denn: „Die Begleitung jedes Menschen ist etwas Spezielles“, so Zimmel. Was sie merke, sei aber, dass es in der Bevölkerung noch wenig Wissen über die Arbeit des Hospizes gebe. Auch wenn sich die Meinung, ein Hospiz sei eine „Sterbestation“, schon gewandelt habe, ortet sie noch Aufholbedarf in Sachen Aufklärungsarbeit.

Leicht sei der Umgang mit dem Tod für die Mitarbeiter nicht. „Wir sind immer wieder damit konfrontiert. Aber wir kommen unseren Bewohnern menschlich sehr nah, ein Abschied ist dann nie leicht.“ Daher gelte es, für sich selbst einen Weg zu finden, mit dieser Situation umgehen zu können.

Positiv läuft auch die Zusammenarbeit mit den Palliativ-Stationen der Krankenhäuser der Umgebung und mit dem Verein „Mobiles Hospiz Horn“. Zimmel: „Das gute Verhältnis ist wichtig. Wir tauschen unsere Erfahrungen und Informationen im Sinn der Patienten aus.“