Erstellt am 19. Februar 2016, 04:34

von Martin Kalchhauser

Ideen für die Museen. Neuausrichtung soll Horner Einrichtungen neue Chancen eröffnen. Gemeinderat Seidl: „Umsetzung kann Jahre dauern!“

Der Historiker Martin Bauer (Zweiter von rechts) arbeitet an einem inhaltlichen Konzept, von dem sich auch Museumsvereins-Obman Gilbert Zinsler, Kustos Wolfgang Andraschek und Gemeinderat Martin Seidl (von links) entscheidende Impulse für eine Neuausrichtung der Horner Museen erwarten. Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser

Vor der Nachbesetzung des durch den Pensionsantritt des Direktors der Horner Museen, Toni Kurz, vakant gewordenen Chefpostens sollen die Horner Museen (Höbarth- und Madermuseum) eine Neuausrichtung erfahren. Die Erhebungen dafür sind im Laufen.

Für diesen Weg spricht vor allem ein sehr handfester Grund: Nur, wenn es gelingt, die Einrichtungen als landesweites Kompetenzzentrum – ähnlich wie im Fall des Eggenburger Krahuletzmuseums, das ein solches zum Thema Urgeschichte ist – zu etablieren, wird es künftig auch mehr (finanzielle) Unterstützung des Landes geben.

„Mensch – Natur – Technik – Boden“ sei ein möglicher Themenbereich, erklärt der zuständige Gemeinderat Martin Seidl: „Derzeit wird durch das Institut für den ländlichen Raum im Auftrag der Stadt Horn ein Museumskonzept erstellt. Neben diesem Institut (ein privates Institut, das im Auftrag des Landes NÖ agiert, Anm.) arbeitet das Architekturbüro Rapp & Wimberger an einem räumlichen Konzept. Erst Mitte des Jahres befassen wir uns dann mit der Bestellung eines Museumsleiters.“

Interimistisch ist Kustos Wolfgang Andraschek Leiter der Museen der Stadt. Wichtig ist für die Verantwortlichen auch die enge Zusammenarbeit mit dem Museumsverein.

Verbindung der Themen der Museen ist Chance

Für die Konzepterstellung hat die Gemeinde (gemeinsam mit Aufwendungen für die Sonderausstellungen dieses Jahres) 59.300 Euro veranschlagt. Im ordentlichen Haushalt finden sich für die Museen 181.300 Euro (Gehälter, Energiekosten, Gebäudeerhaltung). Seidl betont, dass es sich dabei um ein mehrjähriges Projekt handelt. „Wir brauchen zuerst ein Konzept, dann einen Umsetzungsplan und müssen natürlich die Finanzierung dafür aufstellen.“

In Horn am Werk ist vom Institut für den ländlichen Raum der Historiker Martin Bauer. Die Idee sei, die umfangreiche Landmaschinensammlung (Madermuseum) mit der ebenfalls hier dokumentierten Urgeschichte (Höbarthmuseum) zu verbinden.

„Es wird um Mensch und Boden gehen, etwa die Entwicklung der Kulturlandwirtschaft auf den Boden, negative Folgen wie die Bodenverdichtung und auch die Umstellung auf arbeitssparende Technik in der Landwirtschaft“, meint Bauer zu einer ersten Stoßrichtung. „Vieles lässt sich anhand der umfangreichen Sammlung verfolgen. Die bäuerliche Arbeitswelt ist in Horn gut dargestellt.“

Derzeit ist Bauer noch mit der Bestandsrecherche befasst. „Wichtig ist auf jeden Fall das Alleinstellungsmerkmal. Dazu wird es ein Konzept geben, das auch die Alternativen aufzeigt, also welche andere Möglichkeiten es gibt.“

Nächste Herausforderung für die Horner ist die Ausrichtung des Museumsfrühlings (landesweit am 21. und 22. 5.).