Irnfritz-Messern

Erstellt am 22. November 2017, 06:03

von Martin Kalchhauser

Engagierter FF-Mann (25) starb am Heimweg vom HLW-Ball. Engagierter FF-Mann Andreas Krippl aus Haselberg kam zwischen Horn und Irnfritz von der Straße ab. Fahrzeug in zwei Teile gerissen. Lenker hatte keine Chance.

Andreas Krippl ist tot: Die Feuerwehr Haselberg trauert um einen engagierten Kollegen. Die zweieinhalb Stunden dauernden Rettungs- und Bergungsarbeiten in den frühen Morgenstunden des Sonntags, an denen Helfer der Feuerwehren Irnfritz, Mödring und Horn beteiligt waren, gestalteten sich schwierig.    |  Feuerwehr Haselberg, NÖN

Betroffenheit und Trauer in Haselberg: Auf dem Heimweg vom HLW-Ball in Horn verunglückte in den frühen Morgenstunden des 19. Novembers der 25-jährige Andreas Krippl auf der Schaubergstraße (L 8019) tödlich (wir hatten am Wochenende berichtet, siehe ganz unten).

6 Uhr: Lenkerin fiel „silbriger Schimmer“ im Wald auf

Der junge Mann, der als Maschinenbautechniker bei der Firma Testfuchs in Groß Siegharts arbeitete, kam kurz nach 4 Uhr im bereits flachen Teil der Strecke, rund sechs Kilometer vor Irnfritz, mit seinem BMW rechts von der Straße ab.

Der BMW des Haselbergers wurden beim Anprall an den Baum regelrecht in zwei Teile gerissen. Die Notärztin vermutet, dass der Lenker auf der Stelle getötet wurde.  |  NOEN

Dort prallte das Fahrzeug, in dem sich keine weiteren Personen befanden, gegen einen etwa 50 cm starken Baum, der in rund drei Metern Höhe abbrach und auf das Auto krachte. Dadurch wurde das zuvor in der Mitte abgeknickte Wrack, das am Fuß der Böschung zum Liegen kam, zugedeckt, sodass es von der Straße aus fast nicht sichtbar war.

Erst kurz vor 6 Uhr Früh fiel einer Autofahrerin ein „silbriger Schimmer“ im Wald auf. Sie blieb stehen und entdeckte die Tragödie. Die alarmierten Einsatzkräfte – die Feuerwehren Irnfritz, Mödring und Horn eilten ebenso zu Hilfe wie das Notarzt-Einsatzfahrzeug des Roten Kreuzes Horn – brauchten aufgrund der massiven Verformung des Pkws eine knappe halbe Stunde, um den Mann aus dem Wrack zu holen.

Aktiv in Katholischer Jugend und FF: Große Betroffenheit

Die Notärztin, die den Tod feststellte, gab gegenüber der Polizei an, dass der Lenker sofort tot gewesen sein dürfte. Die Straße war zum Zeitpunkt des Unfalles angeblich noch trocken. Während der Bergungsarbeiten setzte Schneeregen ein.

Andreas Krippl ist tot: Die Feuerwehr Haselberg trauert um einen engagierten Kollegen. Foto: Feuerwehr  |  Feuerwehr Haselberg

Begreiflicherweise traf die Eltern des Verunglückten, Helga Krippl und Josef Litschauer, sowie den jüngeren Bruder Thomas die Nachricht wie ein Keulenschlag. Auch im Ort und in der ganzen Gemeinde ist die Betroffenheit groß. Andreas Krippl war Mitglied seiner Heimatfeuerwehr Haselberg.

Kommandant Karl Braunsteiner: „Wir trauern um einen sehr aktiven Kameraden. Als Gruppenkommandant war er vorbildlich engagiert und verlässlich.“ Krippl war als Truppführer, Atemschutzgeräteträger, Einsatzmaschinist und Fahrmeister vielseitig einsetzbar. Neben anderen Abzeichen trug er das Funkleistungsabzeichen in Gold. 2014 war er bei diesem Bewerb als Bester aus dem Bezirk Horn aufgefallen.

Eine Lücke reißt das Ableben des Haselbergers auch bei der Katholischen Jugend Messern.

Großvater hatte für Samstag zur 90er-Feier geladen

Betroffen zeigt sich Bürgermeister Hermann Gruber über den „tragischen Vorfall“. Er könnte sich vorstellen, dass dem Lenker eine der „tückischen Stellen am Schauberg zum Verhängnis geworden ist. Denn es gibt Abschnitte, da bildet sich Raureif, während die Fahrbahn ansonsten noch trocken ist.“

Tragisches Detail am Rande: Der Großvater des Unfallopfers, Johann Krippl, hatte für kommenden Samstag zur Feier seines 90. Geburtstags geladen. An ein Begräbnis in der Familie hatte da noch niemand gedacht …

Die zweieinhalb Stunden dauernden Rettungs- und Bergungsarbeiten in den frühen Morgenstunden des Sonntags, an denen Helfer der Feuerwehren Irnfritz, Mödring und Horn beteiligt waren, gestalteten sich schwierig.  |  NOEN, Fotos: NÖN