Erstellt am 26. November 2015, 09:28

von Rupert Kornell

Johannes Wildner erhielt Professur. Opernintendant stellte sich in Dirigat an der Musik-Universität Wien als „Lehrer“ vor.

Johannes Wildner, seit dem Jahr 2014 Intendant der Oper Burg Gars und international renommierter Orchesterleiter, wurde zum Professor für Dirigieren an der Musik-Universität Wien berufen. Foto: Dieter Nagl  |  NOEN, Dieter Nagl

„Natürlich finde ich das besonders schön, weil ich mein Studium an dieser Schule, die damals noch Hochschule hieß, von 1976 bis 1980 absolviert habe“, freut sich Johannes Wildner, seit 2014 Intendant der Oper Burg Gars, der sich am letzten Donnerstag als neu ernannter Universitätsprofessor für Dirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in einem begeisternden Konzert im RadioKulturhaus vorstellte.

Bewusst anspruchsvolle Werke ausgewählt

Nach seiner Berufung an die Universität gab er mit etwa hundert anderen Dirigenten seine Bewerbung ab, in einem Auswahlverfahren blieben nur ein knappes Dutzend übrig, und Wildner war schließlich einer von zwei Bewerbern, die jeweils eine der beiden Dirigierklassen zugesprochen erhielten.

In seiner bisherigen Karriere war Wildner zunächst als Geiger Mitglied der Wiener Philharmoniker, dann Chefdirigent der Prager Staatsoper, Generalmusikdirektor der Neuen Philharmonie Westfalen und Erster Gastdirigent des BBC Concert Orchestra London. Nach 20 Jahren am Pult großer Opernhäuser und Orchester gibt er nun sein Können und Wissen an Studierende weiter.

Für sein Antrittskonzert am 19. November hat Wildner ganz bewusst anspruchsvolle Werke abseits des gängigen Konzertrepertoires gewählt, nämlich Francis Poulenc‘ „Konzert für Orgel, Streicher und Pauke in g-Moll“ und Hans Rotts „Symphonie E-Dur“ (Wildner: „Dieses tolle Werk des Bruckner-Schülers und Mahler-Studienkollegen war ein Jahrhundert verschollen und wurde erst vor 30 Jahren wieder entdeckt.“).