Erstellt am 10. Februar 2016, 05:33

von Martin Kalchhauser

Joseph Brot bald aus Region. Vitiser Bio-Bäckerei verlegt Sitz nach Burgschleinitz. 40 Arbeitsplätze wandern in unsere Region. Für Josef Weghaupt war geringere Distanz zu Wien entscheidend.

Handwerk statt industrielle Fertigung und ausschließlich biologische Zutaten: Joseph Brot-Produkte kommen schon demnächst aus Burgschleinitz. Fotos: Shutterstock/wavebreakmedia, Joseph Brot/Gregor Hofbauer  |  NOEN, Shutterstock/wavebreakmedia, Joseph Brot/Gregor Hofbauer
Unweit des Kulturhauses Manhartsberg (KUM) wird schon bald eine Bäckerei stehen. Die Gerüchte um Pläne des Chefs des Bäckerei „Joseph Brot“ in Vitis, Josef Weghaupt, seinen Betrieb zu übersiedeln, bestätigte dieser im NÖN-Gespräch.

Demnächst sollen die Bagger rollen, und noch heuer werden die ersten Backwaren die neue Produktionsstätte verlassen, die „auf der grünen Wiese“ entsteht.

„Ruhe, Wald und Felder“ gemäß der Philosophie

Ende 2009/Anfang 2010 hatte Weghaupt mit der Produktion in Vitis begonnen und verfügt mittlerweile auch über drei Standorte in Wien. Das war auch der Grund, nach einer neuen Produktionsstätte Ausschau zu halten.

„Ich liebe Vitis, aber in der Bäckerei, wo wir gestartet haben, auf 300 m2 Fläche, können wir nicht mehr weitermachen“, so der Bio-Bäcker. „Eine Vergrößerungsmöglichkeit gibt es dort nicht. Meine Leute leisten schon Übermenschliches.“



Natürlich sei bei der Wahl des neuen Standortes auch die geringere Distanz zu Wien ausschlaggebend gewesen. „Wir liefern 95 Prozent unserer Produkte in die Stadt und den Großraum Wien. Da macht es bei den Kosten viel aus, wenn man jedes Mal 150 Kilometer weniger weit fahren muss.“

Auf der Suche nach einem Platz für die neue Bäckerei sei er in Burgschleinitz fündig geworden. „Ruhe, Wald und Felder“ hier haben es ihm angetan. „Es hätte unserer Philosophie widersprochen, wenn wir uns in einen Gewerbepark gesetzt hätten.“

Mit den Mitarbeitern habe es Gespräche gegeben. Weghaupt schätzt, dass ein Großteil mitziehen wird. 30 Personen sind in Vitis in der Produktion, sieben für Logistik, Verwaltung und Lager tätig. Offen sei, so Weghaupt, ob man Vitis komplett zusperren oder in einer stark verkleinerter Form weiterführen werde.

Wachsen ist auf keinen Fall das wichtigste Ziel

Genaue Details über die Höhe der Investition in Burgschleinitz verrät der Geschäftsmann nicht, aber „mehrere Millionen“ müsse er schon in die Hand nehmen. Weghaupt denkt, das Projekt stemmen zu können, obwohl grenzenloses Wachstum kein Ziel sei. „Mehr als sechs Standorte, die wir beliefern, will ich auch auf lange Sicht gar nicht haben.“

Dass er sich zur Erzeugung von Backwaren nach streng biologischen Kriterien entschieden habe, war für den Unternehmer richtig: „Ich habe sicher auch viel Glück gehabt. Aber ich bereue meine Entscheidung nicht, und diese Sache ist einfach Teil meines Lebens.“