Erstellt am 08. Mai 2016, 13:25

von NÖN Redaktion

Jugendlicher Elan in der Musik. Erfreulich starker Nachwuchs zeigte bei Frühjahrskonzert auf. Viele moderne Stücke im Programm.

Foto: Martin Kalchhauser  |  NOEN, Martin Kalchhauser
Der Wettergott war gnädig! Riesiges Glück hatte der Musikverein Röschitz bei seinem Frühjahrskonzert im Pfarrhofgarten.

Der Sonnenschein und die sommerlichen Temperaturen wurden zwar durch einige Tropfen am Beginn und einen kurzen Regenguss im zweiten Programmteil getrübt, dem Erfolg der Veranstaltung konnte dies aber keinen Abbruch tun. Einen wettersicheren Aufführungsort gibt es in der Weinbaugemeinde ja (noch) nicht …

Regenwolken kosteten die Musiker Nerven

Die Generalprobe am Abend davor war zur Gänze ins Wasser gefallen. Als sich dann am Tag des Konzerts, am Feiertag Christi Himmelfahrt, zu Mittag endlich die Sonne zeigte, hofften die Musiker um Obmann Robert

Neumayer, dass ihr Zittern nun ein Ende haben könnte. Doch einige dunkle Wolken sorgten dafür, dass die Nerven noch mehrere Male bis zum Zerreißen angespannt waren. Am Ende fiel allen ein großer Stein vom Herzen, und die weit über 200 Gäste – laufend mussten zusätzliche Sessel aufgestellt werden – genossen eine tolle Darbietung im herrlichen Garten-Ambiente in Sichtweite der Röschitzer Pfarrkirche.

Schlagzeugerin Kerstin ist ein Mulititalent

„Stets munter“ zeigte sich die Kapelle schon im ersten Marsch, um beim „Puszta-Galopp“ kräftig zuzulegen. Der von den Kapellmeistern Florian und Stefan Stift abwechselnd geleitete Klangkörper steuerte damit bereits auf einen ersten Höhepunkt zu: Kerstin Krottendorfer bewies beim oscargekrönten Hit „Let It Go“ (aus dem Disneyfilm „Frozen – Die Eiskönigin“) beachtliches Talent als Solosängerin.

Nur ein Talent mehr, ist die Schlagzeugerin des MV Röschitz doch auch auf Klavier und Violine „zuhause“. Nach der Ansage des „Danubia-Marsches“ konnte Moderator Martin Bauer – ein Lob seiner unaufgeregten, informativen und humorvollen Begleitung durch das Programm! – schon das Jugendorchester Röschitz/Roseldorf ankündigen.

Zwei Kapellen kooperieren bei Jugendförderung

Die jungen Musikanten aus zwei benachbarten und doch in zwei verschiedenen Bezirken beheimateten Kapellen werden von Johannes Zechmeister, Claudia Zimmermann und Stefan Stift ausgebildet und begleitet. Mit dem ABBA-Hit „Mamma Mia“ und einer Polka unter dem Titel „So klingt’s bei uns“ gaben sie eine Talentprobe ab.

Sie ernteten beim Publikum, in dessen Reihen sich auch der Komponist der Polka, Bezirkskapellmeister Johannes Pausackerl, befand, großen Beifall. Süß waren die Darbietungen der „Musikhasen“. Bei den Kleinsten, denen vor der Pause die Bühne für zwei Stücke gehörte, wird die Freude an der Musik von Karin Krottendorfer-Stift, Christine Weinkopf, Katrin Edlinger und Lukas Aufmesser geweckt und gehegt.

Stift-Brüder Johann und Josef in Ehrenrang erhoben

Im Rahmen der Ehrungen, die Pausackerl gemeinsam mit Obmann Robert Neumayer und Bürgermeister Christian Krottendorfer vornahm, erhielten Sophie Bucher, Lena Aufmesser (beide Klarinette) und Dominik Vogler (Tenorhorn) das Jungmusikerleistungsabzeichen in Bronze überreicht – letzterer hatte dieses sogar mit ausgezeichnetem Erfolg errungen!

Für die Vervollständigung der Chronik des 1894 gegründeten Vereins, die bisher beim Jahr 1980 geendet hatte, erhielten Johann und Josef Stift Auszeichnungen. Johann Stift wurde Ehrenmitglied, Josef Stift (er hatte auch 21 Jahre lang als Schriftführer fungiert) ist nun Ehrenmusiker.

Moderne Stücke souverän gemeistert

Nach dem „Weintrinker-Marsch“, bei dem die Musikanten zeigten, dass sie auch als Chorsänger gute Figur machen, ging es mit modernen Stücken weiter – wohl auch ein Zugeständnis an die starke Nachwuchs-Fraktion im Klangkörper. Immerhin waren zuletzt erstmals drei junge Gruppen beim Kammermusikwettbewerb mit dabei.

Auf ein ins Ohr gehendes STS-Medley (Solisten: Gerhard Weinkopf und Johannes Stift) folgte ein großartig, wahrhaft „fetzig“ gespielter Mix von Songs der Gruppe Coldplay. Die Titelmusic des Films „Iron Man 3“ holperte stellenweise ein wenig, doch der Applaus war auch gebührende Anerkennung für den Mut der Kapelle, sich überhaupt an diese schwierige Literatur heranzuwagen.

Kapellmeister erhielt junge Verstärkung

Liebhaber der klassischen Blasmusik wurden nach dem modernen Part mit der Polka „Von Freund zu Freund“ versöhnt, ehe der heftige Beifall zu vier Zugaben führte. Unter anderem verabschiedeten sich die Musikanten mit Franz von Suppés „O du mein Österreich“. Nette Geste am Ende des Konzerts: Florian Stift erlaubte Laura Stift und Fabian Weineck, als seine „Assistenten“ mitzudirigieren.

Natürlich bekamen auch sie ihren Teil vom abschließenden Beifall ab. Für alle, die von diesen Darbietungen noch nicht genug oder zum ersten Termin keine Zeit hatten, wurde das Frühlingskonzert heuer am Samstag, 7. 5., im Musikstadl in Klein Jetzelsdorf erstmals wiederholt.

Erstes „Musiknick“ im Sommer

Wer die Kapelle bald wieder erleben möchte, hat dazu im Sommer Gelegenheit. Erstmals veranstaltet der Musikverein Röschitz am Freitag, 19. August, 18 Uhr, bei der Weinviertelwarte ein musikalisches Picknick, ein sogenanntes „Musiknick“. Hannes Gruber lud die Gäste dazu ein, versprach Romantik unter dem Vollmond – und natürlich viele erstklassige Weine der Röschitzer Winzer.


GEHÖRT & NOTIERT

„Jetzt bin ich ein wenig ins Schwitzen gekommen, denn ich habe ein paar Tropfen gespürt.“
MV Röschitz-Obmann Robert Neumayer
 
„Die Musiker werden Sie heute verwöhnen. Fühlen Sie sich wie auf einer Kur, wenn Sie gerade vom Schwimmen kommen.“
Moderator Martin Bauer
 
„Unser Obmann ist ja immer gut gelaunt. Heute Mittag hat er gemeint, er muss nur noch schnell den Wetterumschwung herbeiführen. Und das hat er auch gemacht.“
derselbe
 
„Es folgt jetzt eine Pause, in der Sie Gelegenheit zu flüssiger und fester Stärkung und ebensolcher Erleichterung haben.“
derselbe
 
„Leider muss ich heute früher weg, weil ich noch zu einem Konzert im Bezirk Hollabrunn fahren muss. Für Samstag habe ich sogar schon vier Einladungen! Wie ich das machen werde, weiß ich noch nicht.“
Bezirkskapellmeister Johannes Pausackerl von der BAG Hollabrunn/Horn über seine Termin-Nöte
 
„Was man heute Rap-Musik nennt, hieß früher Stottern und war behandelbar. Aber keine Angst: Einen Rap können die Röschitzer Musiker eh noch nicht spielen.“
Moderator Martin Bauer